Nördliches Harzvorland präsentiert gemeinsame Freizeitkarte

Mit der gemeinsamen Freizeitkarte präsentiert sich die Region Nördliches Harzvorland mustergültig.
 
Bei SG-Chef Peter Kühlewindt liefen bei der Umsetzung des Projektes alle Fäden zusammen.

Neun ILEK-Kommunen zeigen wie Interkommunale Zusammenarbeit funktioniert

Im Nördlichen Harzvorland sind Besucher nun „neunfach Willkommen“. Mit diesem Slogan werben die neun ILEK-Kommunen für ihre gemeinsame Freizeitkarte. Vertreter der Gemeinden, des Regionalmanagements und dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen stellten das Ergebnis der Zusammenarbeit im Rahmen einer Pressekonferenz in Alt Wallmoden vor. Zusammen kommt die Region auf 400 Erlebnisziele, die durch sechs Routenvorschläge miteinander verbunden sind.

Von Maximilian Strache

Alt Wallmoden. Die „Freizeitkarte Nördliches Harzvorland“ ist das vorbildliche Ergebnis eines wichtigen ILEK-Ziels. Diese Aussage traf Lutters Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt, der das Projekt maßgeblich koordiniert und vorangetrieben hat, und bedankte sich damit auch bei allen Partnern.
ILEK ist ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept. Es soll dazu beitragen, die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume zu steigern. Das nördliche Harzvorland ist ein vorbildliches Beispiel für die Funktionsfähigkeit des Konzeptes.
Kühlewindt betonte mehrfach, dass eine Region wie das Nördliche Harzvorland, nur gemeinsam vermarktet werden kann. Alles andere mache aus seiner Sicht keinen Sinn. Die Gesamtkosten des Projektes von 40.000 Euro sind zu 50 Prozent durch Zuschüsse gedeckt. Die restlichen Kosten tragen die Gemeinden.
Bei dem Projekt ist erstmals auch die Stadt Salzgitter als Partner mit im Boot. „Wir haben die auf Landkarten ersichtliche Hufeisenform der alten ILEK-Kommunen durch die Partnerschaft mit der Stadt Salzgitter zu einem Quadrat ausgebaut“, erklärte Kühlewindt bei der Präsentation der Karte.
Routenvorschläge liefert die Karte überwiegend für Radfahrer, doch Lutters Harzklubchef Gerhard Brunke hat um jeden Wanderweg-Eintrag gekämpft, betonte der SG-Bürgermeister. Das Besondere an dem Kartenkonzept ist, dass die sechs Routen nicht innerhalb der Gemeindegrenzen verlaufen, sondern diese miteinander verbinden. Die Panoramatour durch das nördliche Harzvorland, mit Startpunkt in Lutter, ist eine der sechs Routen. Sie führt über Ostlutter, Posthof, Othfresen, Liebenburg, Klein und Groß Mahner und viele weitere Orte und endet nach 50 Kilometern am Ausgangsort. Entlang der Route gibt es neben der einmaligen Landschaft kulturelle und kulinarische Höhepunkte zu entdecken. Ergänzt wird die Karte durch ein umfangreiches Begleitheft, das detaillierte Informationen zu den einzelnen Erlebniszielen bereithält. Verpackt ist beides in einer stabilen Plastikhülle, damit nichts verloren geht.
Alle Teilnehmer lobten die exzellente Zusammenarbeit und waren sich einig, dass Interkommunale Zusammenarbeit genau so funktionieren muss. Dr. Lothar Liebermann, stellvertretender Leiter des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung in Niedersachsen, pflichtete dieser Einschätzung bei und hob hervor: „Die Umsetzung ist vorbildlich und vor allem sollten öffentliche Zuschüsse nicht liegen gelassen werden, sondern in sinnvolle Projekte gesteckt werden. Allein in der Region Braunschweig stehen über 17 Millionen Euro an Fördergeldern aus verschiedenen Töpfen zur Verfügung. Viele dieser Mittel kommen aus Brüssel.“
Kritiker, die den ILEK-Kommunen unterstellen, man gebe sich in den Verwaltungen schon damit zufrieden eine gemeinsame Freizeitkarte aufzulegen, wies Kühlewindt mit Nachruck zurück. „Die Freizeitkarte ist ein Projekt von vielen. Konzepte zum Klima- und Hochwasserschutz liegen schon in den Schubladen und werden zeitnah angegangen und umgesetzt“, versicherte der Verwaltungschef der SG Lutter.
Einem großen Publikum wird die Freizeitkarte erstmals bei der „Grünen Woche“ in Berlin präsentiert. In der Halle des Landes Niedersachsen wird das Regionalmanagement mit einem Stand vertreten sein.
Erhältlich ist die Freizeitkarte inklusive Begleitheft in allen Tourismus-Büros der beteiligten Gemeinden. Bezahlt werden muss nichts. Die Karte ist kostenlos. Aufgelegt wurden 25.000 Exemplare. Aktualisierungen sollen in den nächsten Jahren durch Einlegen eines Begleitzettels erfolgen. Das soll dann jede Gemeinde in Eigenregie durchführen.