Autorin Elke Erb erhält den Roswitha-Preis 2012

Ältester deutscher Frauen-Literaturpreis wird am 9. November vergeben

Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen gibt bekannt, dass der mit 5.500 Euro dotierte „Roswitha-Preis“, Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim, in diesem Jahr an die Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb vergeben wird.
Der älteste deutsche Literaturpreis für Schriftstellerinnen (seit dem Jahr 1973) wird am Freitag, 9. November, 18 Uhr, in der Stiftskirche zu Bad Gandersheim an die Autorin verliehen. Der Preis erinnert an die erste deutsche Schriftstellerin, die Kanonisse Roswitha von Gandersheim, die im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim Legenden, Dramen und historische Gedichte schrieb.
In der einstimmigen Entscheidung der unabhängigen Jury heißt es: „Elke Erb gehört seit Jahrzehnten unumstritten zu den bedeutendsten Stimmen der deutschen Poesie. Sie arbeitet intensiv mit verschiedenen Denk- und Sprachformen und schreibt wunderbare, weltoffene Gedichte, die durch ihre präzise und klangvolle Sprache betören. Mit Elke Erb wird eine sprachgewaltige, experimentierfreudige, auf die Geheimnisse der Poesie und der Welt konzentrierte Dichterin gewürdigt, ganz im Sinne Roswithas von Gandersheim.“
Elke Erb wurde im Jahre 1938 in Scherbach (Eifel) geboren, Übersiedlung Ende 1949 in die DDR (Halle), 1958/59 Landarbeit, 1963 Lehrerexamen, 1963/65 Verlagsarbeit, ab 1966 freiberuflich. Kurzprosa, Lyrik, prozessuale Texte (1991: „Winkelzüge oder nicht vermutete, aufschlussreiche Verhältnisse“); zuletzt: „die crux“ (Prosa, 2003), „Gänsesommer“ (Gedichte und Kurzprosa, 2005), „Sonanz. Fünf-Minuten-Notate“, 2008; Übersetzungen & Nachdichtungen (vor allem russischer Poesie), Herausgaben (zuletzt: Wis und Ramin; 1991. Friederike Mayröcker, „Veritas, Lyrik und Prosa 1950-1992“, 1993.
Elke Erb hat bisher unter anderem folgende Auszeichnungen erhalten: Peter-Huchel-Preis 1988 (für Kastanienallee. Texte und Kommentare, 1987), Heinrich-Mann-Preis (zusammen mit Adolf Endler) 1990, Erich-Fried-Preis 1995, Ida-Dehmel-Preis 1995, Norbert-C.-Kaser-Preis 1998, F.-C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste Berlin 1999, Hans-Erich-Nossack-Preis 2007 für ihr Gesamtwerk, Preis der Literaturhäuser und Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung 2011.
Die Laudatio auf die Preisträgerin 2012 hält am 9. November in der Stiftskirche die Autorin Olga Martynova, „Roswitha-Preisträgerin“ des Jahres 2011.