Blitzer in Seboldshausen steht

Ratspolitiker: „Abzocke“ / Ortsbewohner sehen erwarteten Effekt

Die Vorbereitungsarbeiten waren schon lange abgeschlossen, nun also steht die neue feste Geschwindigkeitsmessanlage auf der B 64 in Seboldshausen bei Bad Gandersheim. Der Platz ist geschickt gewählt: Nicht weit weg vom östlichen Ortseingang, in den nach Klagen der Einwohner viele Verkehrsteilnehmer von Seesen her zu schnell in den Ort hinein fahren.

Doch nicht nur diese Raser liegen im Fokus des Blitzers, er nimmt auch Geschwindigkeits­übertretungen in der Gegenrichtung auf. Von der Ortsmitte her ist er dabei erst im letzten Moment auszumachen, weil das Gerät hinter einem Baum versteckt aufgebaut ist.
Im Rat der Stadt Bad Gandersheim kritisierte Hendrik Geske die neue Kontrollanlage als „reine Abzocke“. Er hätte sich intelligentere Möglichkeiten zur Verkehrsbremsung gewünscht, wie eine Koppelung an die Fußgänger­ampel unweit der Messstelle.
Mindestens Teile der Ortsbevölkerung sehen das aber ganz anders. Ein Anwohner sagte dem „Beobachter“, allein der Anblick und die Kenntnis der neuen Anlage sorge sichtbar und fühlbar für langsameres Fahren. Womit sie den gewünschten Effekt wohl erreichen dürfte.
Insbesondere Lkw-Fahrer führen zu schnell in und durch den Ort, so die verbreitete Beobachtung. Doch der breite und gute Ausbau der Ortsdurchfahrt verlockt auch andere Verkehrsteilnehmer, die vorgeschriebenen 50 km/h aus den Augen zu verlieren. Insofern sei die Kontrollmaßnahme absolut berechtigt.
Und wer trotzdem in die Falle tappt, sei ja schließlich selber schuld. Kontrollstellen wie diese gebe es entlang der B 64 wie überall im Lande an zahllosen Stellen. Da sei die in Seboldshausen nichts Besonderes, aber für den Ort durchaus erwünscht.