Das Tanzfieber ist ausgebrochen

Für Tony Manero gibt es im Leben nur eine einzige Sache, die ihn völlig ausfüllt: Das Tanzen. Gemeinsam mit Stefanie Mangano gewinnt er den Disco-Tanzwettbewerb. Seine Liebe zu Stefanie wird nicht erwidert, was Toni neben vielen weiteren Problemen am meisten zu schaffen macht.
 
Schlussszene vor dem Dom. Die Schauspieler tanzen zu „Night Fever”. Vom Publikum gab es am Freitagabend frenetischen Applaus für die Musical-Inszenierung.

Musical „Saturday Night Fever“ feiert begeisternde Premiere bei den 59. Domfestspielen

Die Bühne der Gandersheimer Domfestspiele verwandelte sich am Freitagabend in eine kultige 70er Jahre-Disco. New York in Bad Gandersheim.

Mit „Saturday Night Fever“ wurde in der 59. Spielzeit ein ganz besonderes Musical aufgeführt: Mit viel Action, Liebe und natürlich der Musik der legendären Bee Gees. „Das neu zusammengesetzte Tanzensemble präsentiert ein Stück voller Tempo und Leidenschaft, das es so vor der Stiftskirche noch nie gegeben hat“, hatte Intendant Achim Lenz versprochen. Und er behielt recht. Grandios, atemberaubend, einfach wunderbar – die Zuschauer waren nach rund zwei Stunden Musical aus dem Häuschen.
Das Musical Saturday Night Fever erzählt auf wunderbare Weise die Geschichte des jungen Tony Manero (brillant gespielt von Lucas Baier), der in einem Farbengeschäft in Brooklyn arbeitet. Seine wahre Leidenschaft ist jedoch das Tanzen. Sein streng katholisches Elternhaus engt ihn ein, es gibt ständig Streit. Sehnsüchtig wartet er auf die Samstagabende, an denen er sich mit seinen Freunden in der Disco zum Tanzen trifft. Er beschließt, am jährlichen großen Universal Disco Dance-Wettbewerb teilzunehmen. Am liebsten mit Stephanie Mangano (Julia Lißel), in die er sich unsterblich verliebt hat.
Während sein Freund Bobby C (Stephan Luethy) damit überfordert ist, dass seine Freundin von ihm ein Kind erwartet und er keine Perspektive für sich und die junge Familie sieht, hat Tony nur noch Augen und Ohren für den Tanzwettbewerb. Er kündigt sogar seinen Job, weil ihm sein Chef keinen freien Tag zum Üben gewährt.
Die Passage „Life's going nowhere, somebody help me“ aus dem Song „Stayin' alive“ ist in diesem Musical ein Hilferuf aller desillusionierten jungen Menschen. Tony und Stephanie entfliehen den Schwierigkeiten ihrer Welt nur durch das Tanzen. Das Stück basiert auf dem Film mit John Travolta aus dem Jahr 1977. Es stellt verschiedene Lebensmaxime und Perspektiven gegeneinander.
Ein Tanzmusical in dieser Form und Qualität hat es bei den Gandersheimer Domfestspielen noch nicht gegeben. Achim Lenz und Regisseur sowie Choreograf Marc Bollmeyer haben nach weiteren Tänzerinnen und Darstellern gesucht. Auf der Bühne standen nicht nur ausgebildete Tänzerinnen und Tänzer sowie Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern auch weitere Tänzerinnen und Statisten aus der Region. Darunter sechs Tänzerinnen aus dem Tanzstudio Kerstin Baufeldt in Katlenburg.
Das Publikum war begeistert vom Temperament und der Leidenschaft auf der Bühne vor der Stiftskirche. Hits der legendären Bee Gees und starke Tanzszenen voller Tempo bestimmen den Rhythmus der rasanten Inszenierung, die am Freitag ihre Premiere erlebte. Das Musical von Robert Stigwood und Bill Oakes mit Musik der Bee Gees hat in Bad Gandersheim einen echten Meilenstein in der Historie der Domfestspiele gesetzt. Weitere Vorstellungen gib es am 27. Juni, 30. Juni und 1. Juli. Weitere Vorstellungen laufen dann noch bis Ende des Monats. Nur noch wenige Restkarten gibt es unter anderem beim Seesener „Beobachter”.