Die Comedian Harmonists kommen

Ganz cool in Sonnenbrille für „Wochenend und Sonnenschein“: Robert (Daniel Dimitrow), Erich (Jannik Nowak), Harry (Dirk Weiler), Roman (Johannes Kiesler) und Ari (Oliver Polenz). (Foto: Hillebrecht)
 
Bandgründer Harry (Dirk Weiler, links) überzeugt Robert (Daniel Dimitrow) mit seinen ersten Arrangements. (Foto: Hillebrecht)

Mit der Musiktheaterproduktion „Die Comedian Harmonists“ feiert die fünfte Neuproduktion Premiere

Die 57. Gandersheimer Domfestspiele sind in vollem Gange. Mit der Rockoper „Jesus Christ Superstar“, der Shakespeare-Komödie „Wie es euch gefällt“, dem Schauspielmonolog „Judas“ sowie „Eselhundkatzehahn“, der diesjährigen Uraufführung für Kinder und Familien, haben bereits vier Neuproduktionen ihre Premieren hinter sich und wurden von Publikum und Kritikern gefeiert.

Am bevorstehenden Freitag um 20 Uhr steht nun die letzte große, seit Wochen ausverkaufte Premiere der Spielzeit an: Das Stück „Die Comedian Harmonists“ erzählt die Geschichte von Aufstieg und Fall der berühmten Gesangsformation, kunstvoll verknüpft mit zahlreichen ihrer Lieder, von „Mein kleiner, grüner Kaktus“ über „Ein Freund, ein guter Freund" zu „Veronika, der Lenz ist da“.

Harte Arbeit für die
Erfüllung eines Traumes



Passend zum Spielzeitmotto der diesjährigen Festspiele, „Mit Dir will ich träumen!“, erzählt das Stück von der Erfüllung – und schließlich dem Zerplatzen – eines bemerkenswerten Traumes.
„Der Bandgründer Harry Frommermann hatte eine Vision“, so Regisseur Achim Lenz. „Er glaubte daran, dass er, trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation, mit einem hervorragenden Gesangsquintett und einem neuartigen Musikstil in Deutschland große Erfolge erzielen könnte. Das ging natürlich nicht ohne harte Arbeit: Monatelang musste die Gruppe täglich proben, um mit ihrem Gesang und Auftreten so perfekt zu sein, dass sie ihr Publikum zu Begeisterungsstürmen mitreißen konnte. Dieses gemeinsame Zusammenraufen und die Magie, die bei ihren Auftritten entstand, wollen wir in unserer Inszenierung für das Publikum sichtbar machen.“
Nachdem sich die Comedian Harmonists im Jahr 1928 erstmals an die Öffentlichkeit gewagt hatten, entwickelte die Gruppe in rasender Geschwindigkeit zum Nonplusultra der damaligen Kulturszene. Zahlreiche Plattenaufnahmen, die erste Einladung für eine Unterhaltungsgruppe zu einem Konzert in der ehrwürdigen Berliner Philharmonie und viele weitere Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland begann auch der Zerfall der Gruppe, bis sie schließlich 1934 Auftrittsverbot in Deutschland erhielt und die drei „nicht-arischen“ Sänger das Land verlassen mussten.

Komplexe Arragements
spielerisch dargeboten

Die Musik der Comedian Harmonists spielt eine wesentliche Rolle in der Produktion auf der Gandersheimer Festspielbühne. Über zwanzig Lieder des Ensembles werden, teils in Ausschnitten, teils in voller Länge vorgetragen. „Die komplizierten Harmonien der Comedians-Lieder im Team perfekt zu treffen, war eine große Herausforderung für uns, der wir uns in den ersten Probenwochen komplett verschrieben haben“, beschreibt Schauspieler und Sänger Johannes Kiesler, der im dritten Jahr bei den Festspielen auftritt und die Rolle des Tenors Roman Cycowski verkörpert.
„Das große Ziel ist es ja, diese komplexen Lieder so spielerisch und leicht vorzutragen, dass die Zuschauer gar nicht merken, wie anspruchsvoll sie komponiert sind. Und da sind wir inzwischen auf einem richtig guten Level angekommen.“ Das Ensemble der Comedian Harmonists ist hochkarätig besetzt: Die Rolle des Bandgründers Harry Frommermann spielt Dirk Weiler, der vor seiner Karriere als Hauptrollenspieler an den großen deutschen Musicalbühnen für zehn Jahre in New York lebte und sich dort insbesondere als Interpret von Liedern von Kurt Weill und Friedrich Holländer einen Namen in den etabliertesten Cabaret-Rooms der Stadt machte.

Zurzeit sind schon 37.000 Karten abgesetzt

Kurz vor ihrer letzten Premiere der Spielzeit gibt die Festspielleitung der Gandersheimer Domfestspiele auch einen Zwischenstand ihrer Verkaufszahlen bekannt. „Die harte Arbeit aller Beteiligten scheint sich auszuzahlen“, berichtet ein zufriedener Festspielintendant Christian Doll. „Nach den hervorragenden Kritiken und den begeisterten Zuschauerreaktionen bei unseren ersten vier Premieren konnten wir unsere Zahlen in den letzten Wochen deutlich steigern und sind somit auf Kurs für ein sehr solides Ergebnis.“
Zum derzeitigen Stand konnten bereits über 37.000 Karten abgesetzt werden. Verkaufsrenner bleiben die Rockoper „Jesus Christ Superstar“ mit mehr als 18.000 verkauften Tickets sowie die „Die Comedian Harmonists“, für die bereits vor der Premiere über drei Viertel der Karten vergriffen sind. Nach den erfolgreichen Premieren zog in den vergangenen Wochen auch der Ticketverkauf für die Shakespeare-Komödie „Wie es euch gefällt“ und das Kinder- und Familienstück „Eselhundkatzehahn“ deutlich an. Auch für den Schauspielmonolog „Judas“ im Klosterkeller Brunshausen sind nur noch bei einzelnen Vorstellungen Restkarten erhältlich.
Die 57. Gandersheimer Domfestspiele laufen noch bis zum 16. August. Täglich außer montags gibt es um 20 Uhr eine Abendvorstellung auf der Festspielbühne, mit weiteren Vorstellungen samstags und sonntags, jeweils um 15 Uhr. Zahlreiche weitere Konzerten und Galas im vielseitigen Rahmenprogramm der Festspiele bereichern zudem das Programm. Karten gibt es auch beim Seesener „Beobachter”.