Die Nacht ist nicht nur zum Schlafen da

Das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen.

Domfestspiele präsentieren nächtliches Kulturprogramm: Phantasiereisen lassen die Faszination der Nacht erleben

Bad Gandersheim (bo). Schäfchen zählen, an die Decke starren oder ein wenig Kultur genießen? Bei dieser Auswahl fällt die Wahl doch wohl nicht schwer! Wie in jedem Jahr warten die Gandersheimer Domfestspiele neben ausgesuchten Stücken mit einem Rahmenprogramm auf, das sich sehen lassen kann. „Reise in die Nacht“ hat das künstlerische Team die Veranstaltungsreihe genannt. „Wir werden unsere Besucher in die Nacht entführen und sie eintauchen lassen in eine Welt, in der Wahrheit und Einbildung verschwimmen“, schwärmt die Dramaturgin, Nina-Maria Schmidt, „wir versprechen unseren Gästen Phantasiereisen, die uns die Faszination der Nacht erleben lassen“.
Auf dem Programm steht der „Nachtwandler“, der Menschen aufsucht, die nachts arbeiten. An insgesamt acht Abenden findet die Reise durch die Nacht statt. Was macht die Polizei nachts? Wie sieht es in einem Krankenhaus aus, wenn die Besucher gegangen sind? Treffpunkt für diese Veranstaltung ist der Festspielbrunnen. Die Reise startet am 8., 14., 22. und 26. Juli sowie am 2., 7., 12. und 16. August.
„Kino für die Ohren“ verspricht das Live-Hörspiel von Regisseur Max Merker. Der lässt seine Figur Kommissar Lupo den verlorenen Ring der Roswitha suchen. Gemeinsam mit einigen Ensemblemitgliedern wird Merker seinen Helden bei einer leidenschaftlichen Lesung zum Leben erwecken. Untermalt von zahlreichen Geräuschen verspricht der Abend ein wahres Spektakel zu werden. Dafür sorgt schon die Location des Events: das Kino Gandeon. Zu sehen und zu hören ist die Geschichte um Kommissar Lupo am 12. und 23. Juli.
Christian Hockenbrink, der Regisseur von „Chess“, wird einen Liederabend bestreiten. „Der Traum ist aus“ heißt der Abend, der dem Sänger Rio Reiser gewidmet ist. Hockenbrink, der sich selbst am Klavier begleitet, schafft es mit seiner unverwechselbaren Stimme den Liedern ihre alte Kraft zurückzugeben. Zu hören sind die Werke von Rio Reiser und Ton Steine Scherben am 7. Juli im Kloster Brunshausen.
Einen poetischen Lobgesang auf das Leben der Goldenen Zwanziger bietet „Das wilde Fest“. Das 1928 veröffentlichte Gedicht „The wild Party“ des New Yorker Journalisten Joseph Moncure March rief damals einen riesigen Skandal hervor. In Gandersheim werden Ensemblemitglieder in einer szenischen Lesung Songs und Musik aus dem gleichnamigen Musical präsentieren. Das Fest steigt am 29. Juli.
Auch zu Gast in Gandersheim ist das Interdisziplinäre Forschungskolleg Karl Nimeni. Das Theater in Erlangen hat sich ausführlich mit dem Nacht- und Traumforscher Karl Nimeni auseinandergesetzt. Nimenis Nachtmuseum heißt die Ausstellung, die am 20. und 21. Juli ab 22.30 Uhr seine Pforten öffnet. Besucher dürfen sich in die nächtliche Geschichtenwelt entführen lassen. Mit einem im wahrsten Sinne des Wortes schon fast utopischem wissenschaftlichen Gesamtwerk.
Das gesamte Rahmenprogramm wird im Festspielmagazin, das Ende April erscheint, noch einmal abgedruckt werden.