Die Vorbereitungen haben jetzt begonnen

Verwaltungschef Stefan Mittwoch und Richtmeister Ulrich Kuhn besprechen den Aufbau.

54. Gandersheimer Domfestspiele: „Es liegt eineAufbruchstimmung in der Luft!“

Bad Gandersheim (bo). Es wird jetzt entstaubt, entrümpelt, sortiert und aufgebaut, denn in gut zwei Monaten beginnen die 54. Gandersheimer Domfestspiele. Erste Anzeichen, dass etwas passiert: Vor der Stiftskirche laden gelbe Gabelstapler Kisten, Kästen und auf Paletten gebundene Tribünenteile aus Lastwagen aus. Kaum leer, fahren diese erneut los.
20 Meter breit und 9 Meter tief wird die Bühne – wie in jedem Jahr -, 74 Bühnenelemente greifen nahtlos ineinander, die Bretter, die die Welt bedeuten. Davor werden 999 Stühle, Stahlrohre und Schrauben für 20 Sitzreihen und unzählige beschichtete Holzplatten für die Verkleidung der Tribüne verbaut. Es fehlen noch die Treppen, der Schallschutz, die Zwischenpodeste und Trennwände, die herangeschafft werden.
Das alles bedeutet viel Arbeit für die acht Arbeiter, die all das in Position bringen, zusammenschrauben und ineinanderklicken. Diese Konstruktion bildet im wahrsten Sinne des Wortes die Grundlage für die Stücke Chess, Blondgirl Undercover, Tartuffe, den Räuber Hotzenplotz, die Domspitzen und Veranstaltungen des Rahmenprogramms.
Gelagert werden die Materialien in einer riesigen Feldscheune in Hachenhausen.
Was hier nach großem Durcheinander aussieht, ist für die Domfestspielmitarbeiter sortiertes Chaos: „Da hinten steht noch der Würfel mit den ägyptischen Schriftzeichen, der letztes Jahr bei der Inszenierung von „Aida“ genutzt wurde und dort hinten sieht man die Schultafel, die bei „Pippi Langstrumpf 2010“ zum Einsatz kam“, erklärt Geschäftsführer Stefan Mittwoch.
An den Wänden stapeln sich alte Großwerbetafeln, aus Kisten quillt künstlicher Efeu, ein Sofa wartet auf seinen nächsten Einsatz und davor steht der Bauwagen, der seinen Platz neben der Stiftskirche hat und für die Bühnentechnik als Werkstattwagen dienen wird.
Ein Unimog der Stadtwerke hängt den Bauwagen an und bringt ihn zu seinem angestammten Platz.
10 Tage sind für die Aufbauarbeiten veranschlagt. „Zuerst wird die Tribüne aufgestellt, und dann, wenn man den Platz direkt vor der Stiftskirche nicht mehr als Materiallager benötigt, kommt erst der Bühnenaufbau“, so Mittwoch weiter, der die Arbeiten jedes Jahr verfolgt.
„Es liegt eine ganz besondere Aufbruchstimmung in der Luft, jedes Mal wieder, wenn es losgeht und man kann es nicht fassen, dass schon wieder ein Jahr vorbei ist,“ sagt Stefan Mittwoch zum Abschluss, während im Hintergrund der Unimog nach einigen Rangiermanövern den Bauwagen aus der Scheune hinausbugsiert.