Festspielbesucher kommen auf ihre Kosten

Langes „Passions-Wochenende“ ein Highlight der kommenden Domfestspiel-Saison

Mit den Premieren von „Jesus Christ Superstar“ und „Judas“ und Aufführungen der „Matthäus-Passion“ wird eine der größten Geschichten des Abendlandes vom 2. bis 5. Juli auf drei völlig unterschiedliche Arten erfahrbar gemacht. Für die Enthusiasten unter den Festspielbesuchern bieten die Gandersheimer Domfestspiele in ihrer 57. Saison ein außergewöhnliches Großereignis: mit einem Theatermarathon von gleich drei Produktionen, die sich alle um die Leidensgeschichte Christi drehen, setzen die Domfestspiele gemeinsam mit Concerto Gandersheim am ersten Juliwochenende ein spektakuläres Highlight und machen die Passion Christi zu einem gewichtigen Schwerpunktthema ihrer Spielzeit.

Ein Musical auf der Festspielbühne vor der beindruckenden Kulisse der Gandersheimer Stiftskirche, ein Schauspielmonolog in der intimen Atmosphäre eines ehemaligen Klosterkellers und die wohl bekannteste musikalische Umsetzung der Passionsgeschichte im sakralen Innenraum des geschichtsträchtigen Stiftskirchenbaus: Viel unterschiedlicher könnten die Aufführungsorte und die Gattungen der Werke, die sich mit einer der größten Geschichten der Menschheit auseinandersetzen, kaum sein. Und genau das verspricht der Reiz dieser ungewöhnlichen Trilogie zu werden, die man in Bad Gandersheim an einem großen Themenwochenende komplett erleben kann. Möglich wird dieses spektakuläre Event durch eine Zusammenarbeit der Gandersheimer Domfestspielen mit Concerto Gandersheim, welche sich Festpielintendant Christian Doll und Martin Heubach, Intendant und künstlerischer Leiter von Concerto Gandersheim, schon lange gewünscht haben. Ergänzend zu den Aufführungen werden beide Intendanten in einer von einem sinnlichen Mahl begleiteten Einführung ihre Sicht auf die gezeigten Werke erläutern.
Den Auftakt zum langen „Passions-Wochenende“ macht am 2. Juli die Premiere der von seinem Komponisten Andrew Lloyd Webber als „Rockoper“ bezeichneten Musikproduktion „Jesus Christ Superstar“. Für großes Aufsehen sorgte diese Interpretation von Jesus als „Rockstar“, der die Massen durch sein Charisma mitreißen kann, bereits bei der Premiere im Jahr 1971, bietet sie doch einen ganz anderen und sehr heutigen Zugang zu einer Geschichte, die sich so oder so ähnlich vor über 2000 Jahren zugetragen hat. Die musikalische Umsetzung in Bad Gandersheim übernimmt, wie im Vorjahr beim erfolgreichen Musical „Evita“, erneut der langjährige musikalische Leiter der Gandersheimer Domfestspiele, Heiko Lippmann.
Gleich am nächsten Tag, dem 3. Juli, folgt die Premiere von „Judas“, einen Monolog der Niederländerin Lot Vekemans, den Domfestspiel-Star Gunter Heun gemeinsam mit Intendant Christian Doll erarbeitet. Das Stück lässt den Jünger Judas Ischariot, der Jesus für den Preis von 30 Silberlingen verriet, selbst zu Wort kommen. So gelingt Vekemans ein berührender Einblick in die Seele von einem Menschen, der eine ungeheuerliche Entscheidung traf – oder treffen musste? Bekannt geworden ist dieser Text in Deutschland durch die vielbeachtete Aufführung an den Münchner Kammerspielen, für die dem Schauspieler Steven Scharf 2013 der begehrte Gertrud-Eysoldt-Ring verliehen wurde.
Am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Juli folgt mit Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“ eine weitere Großproduktion. Veranstaltet wird Bachs Monumental-Komposition, gerne auch als „Mount Everest“ des Bach'schen Vokalwerks bezeichnet, von Concerto Gandersheim unter der Leitung von Martin Heubach, der sich mit der Gandersheimer Domkantorei und der Cappella Vocale einen hervorragenden Ruf weit über die regionalen Grenzen hin­aus gemacht hat und dieses Werk für zwei Chöre und Orchester bereits mehrfach im In- und Ausland aufführte.
Auch für die Solopartien verspricht Heubach eine hochkarätige Besetzung. Einen ersten großen Namen verrät er bereits jetzt: Mit Klaus Mertens wird er einen der derzeit bedeutendsten Bassbaritone verpflichten. Mertens sang unter anderem mit den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouw-Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig und unter der Leitung großer Dirigenten wie Philipp Herreweghe oder Kent Nagano. Er ist dabei ein wahrer Bach-Spezialist, der sämtliche Basspartien der Bach-Werke auf CD eingespielt und auf allen Erdteilen im Konzert gesungen hat.
Für Besucher, die an diesem Wochenende sowohl „Jesus Christ Superstar“ als auch die „Matthäus-Passion“ erleben wollen, haben die Gandersheimer Domfestspiele und Concerto Gandersheim ein spezielles Angebot parat: Mit dem Kombi-Ticket „Passion“ gibt es eine deutliche Reduzierung der Ticketpreise für beide Veranstaltungen. Zudem bieten die Intendanten der Festspiele, Christian Doll und Martin Heubach, zwischen den Vorstellungen eine gemeinsame Einführung in die beiden Werke an. Dazu wird ein einfaches gemeinsames Mahl aus Suppe und Wein gereicht. Das Kombi-Ticket „Passion“ ist an der Kartenzentrale der Gandersheimer Domfestspiele in der Stiftsfreiheit 12 in Bad Gandersheim erhältlich sowie telefonisch unter (05382) 73-777.
Im Programm der 57. Gandersheimer Domfestspiele vom 20. Juni bis 16. August stehen außerdem „Die Comedian Harmonists“, die Shakespeare-Komödie „Wie es euch gefällt“ sowie als Uraufführung ein Ausreißerstück für Kinder und Familien mit viel Musik, „Eselhundkatzehahn“, nach dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“. Karten und weitere Informationen unter www.gandersheimer-domfestspiele.de und der Ticket-Hotline (05382) 73-777.