Festspielintendant Christian Doll zum Künstlerischen Leiter der Freilichtspiele Schwäbisch Hall berufen

Die 58. Gandersheimer Domfestspiele finden im Jahr 2016 in der Zeit vom 27. Mai bis 24. Juli statt. (Foto: Hillebrecht)

Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Schwarz, MdL: Ein Nachfolger für die Intendanz der Gandersheimer Domfestspiele wird voraussichtlich am 15. Juni präsentiert

Auf Pressekonferenz hat die Leitung der Gandersheimer Domfestspiele zahlreiche Medienvertreter über die Hintergründe der Berufung des derzeitigen Intendanten Christian Doll zum neuen Künstlerischen Leiter der Freilichtspiele Schwäbisch Hall unterrichtet.

Gleichzeitig wurde auch das geplante Vorgehen bei der Suche nach einem Nachfolger für Christian Doll in Bad Gandersheim erläutert: Die zukünftige Intendantin oder der zukünftige Intendant der Gandersheimer Domfestspiele ab der Spielzeit 2017 werde am 15. Juni vorgestellt.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe Uwe Schwarz vor etwa 14 Tagen auf die Nachricht von Christian Doll reagiert, dass dieser von einer Findungskommission als neuer Künstlerischer Leiter der Freilichtspiele Schwäbisch Hall vorgeschlagen worden sei: „Die Berufung von Christian Doll ist schon eine große Auszeichnung für die tolle Arbeit, die er mit seinem Team hier in Bad Gandersheim geleistet hat“, so Schwarz. Insbesondere durch die Produktion von hochkarätigen und überregional stark beachteten Uraufführungen im Musicalbereich und eine wesentliche Erweiterung der Jugendarbeit sei Doll für die Festspiele in den vergangenen vier Spielzeiten von richtungsweisender Bedeutung gewesen.
Auf der Pressekonferenz, die zwei Tage nach der offiziellen Berufung Dolls durch das Kuratorium der Freilichtspiele Schwäbisch Hall stattfand, berichtete Schwarz im Anschluss von der geplanten Nachfolgesuche eines Intendanten für die Gandersheimer Domfestspiele ab der Spielzeit 2017. Auf keinen Fall wolle man Christian Doll, der eigentlich noch einen Vertrag bei den Festspielen bis 2017 besitzt, Steine in den Weg legen. Wie bei den Festspielen durchaus Usus, werde man bei der Suche nicht den Weg einer öffentlichen Ausschreibung begehen, sondern einen Nachfolger gezielt suchen und direkt ansprechen. In die Ideenfindung habe Schwarz auch den scheidenden Intendanten Doll mit einbezogen und es gebe bereits einige Kandidaten, die geeignet für den Posten erschienen, so Schwarz. Auf jeden Fall solle ein Kandidat bereit sein, den von Christian Doll eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und neue Publikumsschichten für die Festspiele erschließen. Weitere Kriterien für einen Nachfolger in der Position des Intendanten seien weitreichende Erfahrung im Freilichttheater sowie zahlreiche Kontakte in der Musical- und Theaterbranche, beispielsweise als Leiter eines festen Hauses oder, wie im Falle von Christian Dolls Vorgänger Johannes Klaus, eines hochkarätigen Ausbildungsbetriebs.
Christian Doll betonte, dass er immer sehr gerne in Bad Gandersheim gearbeitet habe: „Mir liegt extrem viel an den Festspielen und ich habe in diesen fünf Spielzeiten bei den Festspielen sehr viel Herzblut in meine Arbeit gesteckt“, so Doll. Bereits im Jahr 2009 inszenierte Doll mit der Revue „Und es war Sommer“ seine erste Produktion auf der Bühne vor der Gandersheimer Stiftskirche. Der 45-jährige begann seine Karriere als Schauspieler bei den Münchner Kammerspielen und den Wuppertaler Bühnen, bevor er ins Regiefach wechselte. Nach zahlreichen Erfolgen, unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Staatstheater Braunschweig und den Gandersheimer Domfestspielen, wurde er für die Spielzeit 2012 zum Intendanten in Bad Gandersheim berufen, die er bis einschließlich der kommenden Spielzeit im Sommer 2016 künstlerisch leitet.
Der wesentliche Grund für Dolls Entscheidung zu einem Wechsel nach Schwäbisch Hall seien die größeren künstlerischen Möglichkeiten, die ihn dort erwarteten. Dies liege zum einen am deutlich höheren Budget im künstlerischen Bereich, zum anderen aber auch an einer zweiten Spielstätte, deren Neubau dort derzeit in Planung sei. Dass Doll bereits zur Spielzeit 2017 die Domfestspiele verlasse, liege einerseits an der Gelegenheit, die sich bei den größten Freilichtspielen Baden-Württembergs eben nur ab diesem Zeitpunkt geboten habe, andererseits aber auch im persönlichen Bereich: „Für meine Familie ist es ein guter Zeitpunkt, den Lebensmittelpunkt zu wechseln, bevor meine Kinder in die Schule kommen.“ Auf jeden Fall wolle Doll jedoch weiter mit den Domfestspielen in Kontakt bleiben. Sowohl er als auch Uwe Schwarz bekundeten ein Interesse an einer zukünftigen Kooperation zwischen den Gandersheimer Domfestspielen und den Freilichtspielen Schwäbisch Hall, die bereits jetzt im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „10 Deutsche Festspielorte“ freundschaftlich verbunden sind.
Zunächst aber will sich Doll mit vollem Elan der kommenden Spielzeit bei den Gandersheimer Domfestspielen widmen. Er freue sich sehr auf die Ankunft seines Teams zum Probenbeginn am 18. April und auf die gemeinsame Arbeit. Nahezu alle Positionen seien bereits besetzt und im Vorverkauf habe man im Vergleich zum Vorjahr bereits einen Vorsprung von etwa 2.000 verkauften Karten.
Im Programm der 58. Gandersheimer Domfestspiele vom 27. Mai bis 24. Juli 2016 stehen die Komödie „Der Kirschgarten“ unter der Regie von Christian Doll, die Musiktheaterproduktionen „Highway to Hellas“, „Die drei Musketiere“ und „Die Comedian Harmonists“, das Kinder- und Familienstück „Michel aus Lönneberga“ sowie der Schauspielmonolog „Judas“, bei dem Doll ebenfalls Regie führt. Karten und weitere Informationen unter www.gandersheimer-domfestspiele.de sowie der Ticket-Hotline (05382) 73-777.