„Geartete Kunst“ beim Kunstkreis Brunshausen

Bad Gandersheim (bo). In der jüngeren Kunstgeschichte haben der von der nationalsozialistischen ‚Reichskulturkammer’ geprägte Begriff „Entartete Kunst“ und die hierauf basierenden Diffamierungen der Künstler bis hin zur Vernichtung ihrer Werke, längst Fuß gefasst und sind entsprechend publiziert worden. Der aus der Rassenideologie der Nationalsozialisten entlehnte Ausdruck „Entartet“ bezog sich — wie man wohl weiß — in erster Linie auf die Künstler der sogenannten ‚Klassischen Moderne’, wobei sowohl Arten der formalen Darstellung als auch auf der anderen Seite systematische Inhalte dieser Verfolgung zum Opfer fielen. Infolgedessen emi­grierten viele der Betroffenen, andere blieben weiter in Deutschland, belegt mit Ausstellungsverboten. Was war denn nun anerkannt als ‚Kunst’ im Sinne der Reichskulturkammer unter der Leitung von Goebbels?
Dieser Frage will Claus Schrader in seinem Vortrag — im Gespräch mit den Besuchern — auf den Grund gehen. Wie musste — im Sinne der Herrschenden — ‚Kunst’ beschaffen sein, welche Stilrichtungen, welche Inhalte bzw. Themen waren opportun, inwieweit konnten und wurden bildende Künstler geduldet oder sogar gefördert, wenn sie den Richtlinien der damaligen Kulturpolitik entsprachen? Was ist die — in plausibler Verkehrung — „Geartete Kunst“ ?
Anhand ausgewählter ,repräsentativer Kunstwerke soll versucht werden, diese Frage zu beantworten und damit auf mögliche Funktionen von bildender Kunst unter bestimmten politischen Rahmenbedingungen aufmerksam gemacht werden.
Der (bebilderte) Vortrag findet am Mittwoch, 2. März, um 19.3o Uhr in den Räumen des Kunstkreise (Brunshausen 7) statt.