Gefahrguteinsatz in Altgandersheim

Aus einem abgestellten LKW_Auflieger drang eine Rauchwolke

Einsatz der Stützpunktfeuerwehr und Umweltfeuerwehr

Als am Sonnabend, den 22. Juni 2013 um 05:11 Uhr die Stützpunktfeuerwehr Altgandersheim per Funkalarmempfänger und Sirene zu einem Einsatz auf das Gelände der Drahtwarenfabrik WDI in die Lehmkuhle gerufen wurde, hatte keiner der Einsatzkräfte mit einer Übungslage gerechnet.

Die Feuerwehrbereitschaft 4 des Landkreises Northeim auch Umweltfeuerwehr genannt, hatte sich dieses Gelände in Altgandersheim für eine Übung ausgesucht und im Vorfeld die nächsten Anwohner informiert. Aus einem auf dem Hof abgestellten Auflieger drang bei Eintreffen der Einsatzkräfte aus Altgandersheim unter Leitung von Ortsbrandmeister Peter Schnute leichter Rauch unter der Plane heraus. Eine Erkundung ergab, dass der Auflieger mit einer orangefarbenen Warntafel gekennzeichnet und mit Stückgut beladen war. Welche Gefahrstoffe geladen waren, konnte nicht sofort ermittelt werden. Aufgrund dieser Erkenntnis wurden der zweite und dritte Zug der Feuerwehrbereitschaft 4 des Landkreises Northeim mit dem Alarmstichwort Gefahrstoffeinsatz groß nachalarmiert. Die Stützpunktfeuerwehr Altgandersheim legte eine Sicherheitszone fest und sperrte den Bereich weiträumig ab. Bis zum Eintreffen der nachalarmierten Kräfte wurde der Brandschutz sicher gestellt. Die Umweltfeuerwehr nahm anschließend Messungen nach ausgetretenen Gefahrstoffen im Bereich der Einsatzstelle und in Altgandersheim vor. Unter Chemieschutzanzügen wurde zum Auflieger vorgegangen und vorsichtig die Türen und die Plane geöffnet. Aus zwei IBC-Behältern, die mit je 1000 Litern Acrylsäure beladen waren trat ein wenig Flüssigkeit aus. Die auslaufende Flüssigkeit wurde aufgefangen. Mit einer Spezialpumpe wurde der Inhalt der IBC-Behälter abgepumpt und in mitgeführten Behältern aufgefangen. Nach dem Einsatz im Chemieschutzanzug mussten alle Einsatzkräfte an der Absperrgrenze die Dekontaminationsschleuse durchlaufen. Zunächst wurden die Einsatzkräfte mit einer Bürste grob gereinigt, um anschließend mit Einsatzkleidung geduscht zu werden. Nach der Dusche wurde die Einsatzkleidung ausgezogen und einer Reinigung zugeführt. Für den Eigenschutz und die Betreuung der Atemschutzgeräteträger war die Arztgruppe der Feuerwehrbereitschaft 4 vor Ort. Nach gut viereinhalb Stunden waren die Übungsziele erreicht und die Einsatzbereitschaft konnte wieder hergestellt werden. Nach einer Abschlussbesprechung frühstückten die fast 60 Einsatzkräfte aus Altgandersheim und dem Landkreis Northeim noch gemeinsam. Ein Dank geht an die Altgandersheimer Bürgerinnen und Bürger für die frühe Belästigung und an die Drahtwarenfabrik WDI für die Bereitstellung des Geländes.