Grimmscher Klassiker humorvoll und bunt

Mit dem Kinderstück „Der gestiefelte Kater“ wurden am Wochenende die Gandersheimer Domfestspiele eröffnet.

Gandersheimer Domfestspiele zeigen „Der gestiefelte Kater“ als Pop-Art-Märchen

Mit einer Neufassung des bekannten Märchens „Der gestiefelte Kater“ eröffneten die Gandersheimer Domfestspiele am vergangenen Samstag ihren diesjährigen Premierenreigen. Die Inszenierung der jungen Regisseurin Anne Spaeter überraschte mit einer extrem farbigen, musikalischen und humorvollen Fassung des Grimmschen Klassikers.

Rebhühner sind die
begehrte Währung


Rebhühner sind die begehrte Währung in der knallbunten Welt, die Ausstatterin Sandra Becker mit viel Liebe zu absurden Details vor der Domkulisse aufgebaut hat. Wie die Hühner, von ihren jungen Darstellerinnen zum Leben erweckt, gurren und turteln, gerät zu einem der magischsten Momente dieses Nachmittags. Aber Vorsicht: Auch in einem Rebhuhn steckt ein Rockstar mit E-Gitarre, ein Kater sollte sich seines Fanges nicht zu sicher sein.
Überhaupt der Kater: Irgendwo zwischen Elvis und Nikolas Cage spielt Daniel Montoya die Katze als Überlebensrocker. Genau der Richtige, um gemeinsam mit dem wunderbar selbstmitleidigen Müllerssohn (Moritz Fleiter) die Prinzessin und den Staat zu erobern. Während die pinke Power-Prinzessin (Lea Willkowsky) und das Jüngelchen erwartungsgemäß flirten, merkt der fettgefressene Ober-König (Gunter Heun) gar nicht, wie im Tochter und Staat unter dem Thron weg verhandelt werden.
Nichts gegen den Kater, aber in diesem schnellen Pink-Ponk-Spiel irgendwo zwischen „Super-Mario-Land“ und „Wild at Heart“ sollte man unbedingt aufpassen, ihn nicht zum Feind zu haben.
Das hintersinnige und witzige Märchen vom „Gestiefelten Kater“ steht noch bis Ende Juli auf dem Spielplan der 55. Gandersheimer Domfestspiele. Alle Informationen und Tickets unter: www.gandersheimer-domfestspiele.de.