Kunstkreis Kloster Brunshausen setzt Vortragsreihe fort

Reihe ‚Möbelstile und Parallelen in der Malerei’

Parallel zu seinen bisherigen Aktivitäten, nämlich Ausstellungen und Fahrten zu Museen, hat der KKB für das vierte Quartal dieses Jahres ein Vortragsreihe konzipiert, die sich Moden und Stilen im Möbelbau und in der Malerei im Lauf der Geschichte befasst. Herr Thomas Schmalz hat drei Termine zum Bereich Möbel übernommen, Herr Claus Schrader die bildende Kunst. Es werden drei Epochen betrachtet : ‚von der Antike über die Renaissance bis zum Barock’, ‚Klassizismus und Biedermeier’ und ‚Jugendstil und Bauhaus’. Der KKB lädt zu Claus Schraders ersten Vortrag am Donnerstag, den 22.September 2011 um 19:00 Uhr in den Räumen des Kunstkreises in Brunshausen ein. Er findet —abweichend vom veröffentlichen Terminplan — statt Mittwoch erst Donnerstag statt.
Am 17.August hatte Thomas Schmalz schon unter dem Titel „Möbelstile von der Antike bis zum Barock“ an Hand zahlreicher Abbildungen einen Einblick in die Entwicklung der Möbel in jener Zeit gegeben. Einleitend berichtete er darüber, welches Mobiliar in vergangenen Zeiten vorhanden war. So gab es bei den alten Ägyptern vor 4.ooo Jahren, bei den alten Griechen vor 2.5oo und bei den Römern noch keine Möbel in unserem Sinne, sondern es existierten im Grunde nur Sitzgelegenheiten. Dabei handelte es sich oft nur um Hocker, einfache Stühle und höchstens sesselartige Möbel. Dazu kamen nur kleine, später auch größere Tische und Gestelle zur Aufnahme von Platten und Tabletts, später aber Gestelle zum Schlafen und Ruhen. Das Material bestand je nach Vorhandensein aus Schilf, Holz, Leder und auch Metall.
Der Anfang unserer Möbel, insbesondere der Schränke, leitete sich von der Truhe her. Die seinerzeitige mobile Gesellschaft mit häufigem Ortswechsel hatte nur transportable Wohngegenstände. Dies gilt allerdings nur für die Oberschicht, den Klerus und den Adel, die den gesamten Hausrat mit sich führten. Über die Einrichtung der unteren, immobilen Bevölkerungsschichten ist wenig bekannt. Die Truhen wurden zunächst aus plumpen Brettern hergestellt, welche durch Metallbänder zusammengehalten wurden. Mit zunehmendem Wohlstand und Sesshaftigkeit wurden die Truhen in der Renaissance (etwa 1460 bis1600) mehr verziert und auch auf Beine gestellt. Der nächste Schritt war das Übereinanderstellen von zwei Truhen, das dann dazu führte, dass Türen statt eines Deckels entstehen mussten. Dabei entstanden auch die Scharniere. Ebenfalls entwickelten sich geschnitzte Füße und feinere Holzarbeiten.
Diese ursprünglichen Schränke wurden im Laufe der Zeit immer reicher mit Intarsien und Vielfarbigkeit verziert und erreichten in ihrer Ausstattung im Barock (etwa 1620 bis 1750) einen ästhetischen Höchststand. Die Möbel wurden ausschweifender und wulstiger gestaltet. Schwere Säulen und klobige Füße zeugen von Reichtum Wohlstand und Pracht.
Im Spätbarock, dem Rokoko (etwa 1735 bis 1770), gestaltete sich das Mobiliar leichter und verspielter und drückte durch asymmetrischen Zierrat die Lebensfreude aus. So zeigten sich als Motive auch Vögel, Pflanzen, Blumen und Musikinstrumente. Aber auch die Lacktechnik und chinesische Motive hielten Einzug.
Im nächsten Vortrag wird Claus Schrader den Geist jener Zeit in der bildenden Kunst erläutern. Die Stilmerkmale der Renaissance und des Barock werden an Beispielen bekannter Gemälde und Skulpturen dargestellt. Dieser Vortrag findet am Donnerstag, den 22.September 2011. um 19 Uhr in den Räumen des Kunstkreises in Brunshausen statt. Alle interessierte Mitbürger sind herzlich eingeladen.