Mehr Aufmerksamkeit für blinde und sehbehinderte Menschen

Deutsche Bahn unterstützt bundesweite Aktion „Bitte Weg frei!“ an zwölf Bahnhöfen

Anlässlich des 50. Jubiläums des Tags des weißen Stockes fanden am 14. und 15. Oktober an bundesweit zwölf Bahnhöfen der Aktionstag „Bitte Weg frei!“ statt. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBS) und dem Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sollte die Öffentlichkeit auf die Bedeutung von Bodenleitsystemen aufmerksam gemacht werden.

Denn häufig werden die Leitstreifen durch Gepäck blockiert, was blinde und sehbehinderte Menschen zu Umwegen zwingt, die gefährlich werden können.
Im Rahmen der Aktion hatten interessierte Besucher die Gelegenheit, selbst einen Leitstreifen zu nutzen – ausgestattet mit einer Augenbinde und einem Langstock. Darüber hinaus standen Vertreter der Selbsthilfeorganisationen für persönliche Gespräche und Informationen zur Verfügung.
„Für blinde und sehbehinderte Menschen ist die Deutsche Bahn ein sehr wichtiger Verkehrsträger“, erklärt Ellen Engel-Kuhn, Leiterin Kontaktstelle für Behindertenangelegenheiten bei der DB. „Für uns stellen sie eine bedeutende Zielgruppe dar, deren spezifische Bedürfnisse wir bei Bahnhofsmodernisierungen und auch bei allen anderen Maßnahmen der Barrierefreiheit in unsere Planungen einbeziehen.“
Taktile Leitsysteme helfen blinden und sehbehinderten Reisenden, sich am Bahnhof mittels Tastsinn zu orientieren. Zirka 4.120 Bahnsteige, also etwa 45 Prozent, sind bisher mit einem taktilen Leitsystem aus Bodenindikatoren ausgestattet. Als Betreiberin von rund 5.400 Personenbahnhöfen arbeitet die „DB Station&Service AG“ kontinuierlich daran, mobilitätseingeschränkten Reisenden den Zugang zu Bahnsteigen und Zügen zu ermöglichen und zu erleichtern. Pro Jahr werden rund 100 Stationen barrierefrei ausgebaut. An einigen Bahnhöfen gibt es Handlaufbeschriftungen mit Prismen- oder Brailleschrift an den Treppen zu den Bahnsteigen. Kontrastreiche Schilder und Markierungen erleichtern die sichere und schnelle Orientierung am Bahnhof. In bereits 55 barrierefrei ausgestatteten Reisezentren können blinde und sehbehinderte Menschen das Aufrufsystem selbständig nutzen und gelangen mit einer taktilen Wegeführung zum barrierefreien Schalter.