Musical-Star bei Gandersheimer Domfestspielen

Hardy Rudolz.

Von den Champs-Élysées zum West End und nun als Choreograph und Sänger in Gandersheim

Mit Hartwig „Hardy“ Rudolz konnten die Gandersheimer Domfestspiele einen internationalen Musical-Star für ihre Inszenierungen von „Evita“ und „Gefährliche Liebschaften“ gewinnen.

Am Londoner West End war er 1997 der erste deutsche Musicaldarsteller, der eine Hauptrolle bekam – in Bad Gandersheim wird er nun 2014 die Rolle des Juan Perón in „Evita“ singen. Gleichzeitig wird er dort auch die Choreographien für „Evita“ sowie die Musical-Uraufführung von „Gefährliche Liebschaften“ übernehmen.
„Das ist natürlich ein Knaller, ein absoluter Glücksgriff“, freut sich Intendant Christian Doll. „Ich sehe es aber auch als eine Bestätigung unserer guten Arbeit in den vergangenen Jahren, dass ein Top-Mann wie Hardy gerne zu uns nach Bad Gandersheim kommt.“

Vom Lido zum West End

Der internationale Stern von Hardy Rudolz ging im Jahr 1982 auf, als er als Principal Chanteur und Conférencier direkt an die Champs-Élysées, ins legendäre Revuetheater „Lido de Paris“ engagiert wurde. In der Folge glänzte er als Solist im „Kennedy Center“ in Washington D.C., an der Wiener Volksoper und dem Opernhaus in Zürich sowie in unzähligen Musicalproduktionen in seinem Stammhaus, dem Berliner „Theater des Westens“. Für Furore sorgte Rudolz in seiner Heimatstadt Hamburg, bei den deutschen Uraufführungen der Großproduktionen „Cats“ und „Das Phantom der Oper“. Bei Letzterem sang er etwa – alternierend mit Startenor Peter Hoffmann – die Titelrolle und wurde für seine besondere Leistung als Publikumsliebling von RTL mit dem „Goldenen Löwen“ ausgezeichnet.
Doch es ging noch höher hinaus: Als er 1996 in der deutschen Uraufführung von „Les Misérables“ den Inspektor Javert gab, wurde Cameron Mackintosh auf ihn aufmerksam. Der „erfolgreichste, einflussreichste und mächtigste Theaterproduzent der Welt“ (New York Times) holte Rudolz an den Londoner West End. Dort spielte und sang er dann am Palace Theatre ebenfalls die Rolle des Inspektor Javert und war somit der erste deutsche Musicaldarsteller überhaupt, der am West End in einer Hauptrolle besetzt wurde.
Inzwischen hat Hardy Rudolz auch seine Leidenschaft und sein Talent für Regie und Choreographie entdeckt. So war er unter anderem 2011/12 Regisseur und Choreograph für Andrew Lloyd Webbers Musical „Sunset Boulevard“ am Staatstheater Braunschweig und für die „Rocky Horror Show“ bei den Luisenburg-Festspielen. Diese Doppelrolle erfüllte er ebenfalls bei einer Inszenierung von „Evita“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe.

Eine Hauptrolle und zwei Choreographien bei den Domfestspielen

In Bad Gandersheim wird Rudolz nun an der Seite von Regisseur Craig Simmons als Choreograph für „Evita“ arbeiten. Gleichzeitig übernimmt er die männliche Hauptrolle: Juan Perón, den argentinischen Präsidenten und Ehemann von Titelfigur Eva „Evita“ Peron. „Mich fasziniert an 'Evita' die perfekte dramaturgische und musikalische Umsetzung einer außerordentlichen Lebensgeschichte, einer Ikone, die es im Verlaufe des Stückes schafft, Bewunderung und Mitleid, aber im selben Augenblick auch Entsetzen und Hass im Zuschauer zu erregen.“ sagt Rudolz. „Für mich endet der Abend immer wieder – und ich habe „Evita“ schon des Öfteren erleben dürfen – zwischen Faszination und einer gewissen emotionalen Gelähmtheit dieser Frau gegenüber.“ „Evita“, die Geschichte von Aufstieg und Fall einer der schillerndsten Frauenfiguren der Geschichte, feiert am 11. Juli 2014 Premiere bei den 56. Gandersheimer Domfestspielen.
Des Weiteren arbeitet Hardy Rudolz auch direkt mit Intendant Christian Doll zusammen: als Choreograph bei der Musical-Uraufführung von „Gefährliche Liebschaften“, bei der Doll selbst Regie führt. Mit der Produktion einer Musicalfassung des Briefromans von Choderlos de Laclos, bekannt durch die Oscar-prämierte Verfilmung mit Glenn Close und John Malkovich, setzen die Gandersheimer Domfestspiele eine Tradition fort: Alljährlich wird eine Musiktheaterproduktion von einem Autoren-Team um den Intendanten sowie den Musikalischen Leiter der Festspiele, Heiko Lippmann, entwickelt. Die vorherige Uraufführung des Teams, „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ nach dem Roman von Jan Weiler, war bei Publikum und Kritikern sogar so erfolgreich, dass sie im kommenden Jahr für einige Vorstellungen wieder aufgenommen wird.
Die 56. Gandersheimer Domfestspiele finden vom 28. Juni bis 24. August 2014 statt. Karten und Informationen zu diesen und den weiteren Vorstellungen bei den Gandersheimer Domfestspielen gibt es unter www.gandersheimer-domfestspiele.de sowie unter 05382-73777. Bis zum 31. Januar 2014 gilt dabei der Frühbücherrabatt für alle Produktionen des Hauptprogramms.