Römer und Germanen im Kloster Brunshausen

Fragmente eines Kettenhemdes.

Neufunde vom Schlachtfeld am Harzhorn

Das Römerschlachtfeld am Harzhorn findet seit seiner Identifizierung im Jahr 2008 ungebrochen großen Anklang.

Auch in den vergangenen Jahren konnte die wissenschaftliche Arbeit des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Kreisarchäologie Northeim kontinuierlich fortgesetzt werden.
Die Sonderausstellung „Römer und Germanen im Kloster Brunshausen – Neufunde vom Schlachtfeld am Harzhorn“ wird diese bedeutenden Exponate vom 14. Mai bis zum 14. August 2016 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich machen und gleichfalls den aktuellen Forschungsstand präsentieren.
Um die Ausstellung zu realisieren erhält der Verein „Portal Geschichte – Sammlung Frauenstift Bad Gandersheim“ jeweils 9.000 Euro von der Bingo-Umweltstiftung, von der Stiftung Niedersachsen und von der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim. Die Ausstellungsarchitektur der Sonderausstellung und die Vitrinen bleiben für die weitere Nutzung im Portal zur Geschichte und werden somit dauerhaft in die bestehende Ausstellung integriert.
Ein germanischer Überfall auf den Tross der römischen Armee am Harzhorn (Landkreis Northeim) greift in unser bisheriges Geschichtsbild ein. Er fordert eine Neubetrachtung der in antiken Überlieferungen erhaltenen Berichte über römische Militäroperationen auf dem Gebiet Germaniens. Münzfunde sowie naturwissenschaftliche Untersuchungen von Holzresten in Geschossspitzen, machen es zunehmend wahrscheinlich, dass das Gefecht im Kontext einer Offensive des römischen Kaisers Maximinus Thrax im Jahre 235 n. Chr. erfolgte.
Mit über 2700 Fundstücken gilt das Harzhorn als eines der am besten erhaltenen Schlachtfelder überhaupt und ist somit zum Modellfall moderner Schlachtfeldarchäologie geworden. Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, Stützpunkt Braunschweig, erforscht gemeinsam mit der Freien Universität Berlin und der Kreisarchäologie Northeim seit 2008 diesen einzigartigen Fundplatz, so dass sich immer mehr Details zum Ablauf der Gefechte abzeichnen. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche spektakuläre Neufunde gemacht. Zu den Neufunden zählen unter anderem die gut erhaltenen und nunmehr restaurierten Reste eines nahezu vollständigen römischen Kettenhemdes und der faszinierende und zugleich bewegende Fund einer römischen Handfessel.
Das römisch-germanische Schlachtfeld mit dem Informationsgebäude und den Stationen im Außengelände befindet sich zwischen den Ortschaften Kalefeld-Oldenrode und Ildehausen direkt an der B 248.