Schon über 20.000 Karten sind vekauft

Musical-Uraufführung „Maria ihm schmeckt’s nicht“ entwickelt sich zum Kassenschlager

Die ersten Premieren sind erst im Juni 2013, aber schon jetzt sind bereits über 20.000 Karten für die 55. Gandersheimer Domfestspiele verkauft. Zu einem großen Erfolg entwickelt sich die Musical-Uraufführung „Maria, ihm schmeckt´s nicht!“, in der nach dem Bestseller von Jan Weiler die Geschichte einer deutsch-italienischen Hochzeit erzählt wird. Schon über 50 Prozent der Tickets seien verkauft, sagte Intendant Christian Doll, „der sich sehr freut, dass wir mit diesem anspruchsvollen und zugleich unterhaltsamen Stoff offenbar genau das Interesse unseres Publikum getroffen haben“.
Aber auch die anderen Produktionen „widmen sich aktuellen Themen“, sagte Doll. Im Musical Cabaret „zeigen wir ein Land, dass sich in einer wirtschaftlichen Existenzkrise dem Extremismus zuwendet. Viele Menschen vergessen heute, dass auch Deutschland in seiner Geschichte durch große Krisen gegangen ist“, sagte Doll. Die Geschichte um die Nachtclub-Sängerin Sally Bowles, die im Berlin der 30er Jahre die Augen vor dem aufkommenden Nationalsozialismus verschließen will, sei ein sehr unterhaltsamer und gerade in jüngster Zeit wieder hochaktueller Stoff.
Auch in der Inszenierung der Shakespeare-Tragödie „Othello“ setzen die Festspiele auf einen heutigen Zugriff. Intendant Doll, der in der Schauspiel-Großproduktion Regie führt, will in Shakespeares Tragödie das Bild des fremden Kriegers verhandeln. Auch Deutschland setzte im Ausland Soldaten ein, um seine nationalen Interessen zu verteidigen, „aber wir lieben die Krieger nicht, die in Afghanistan und Co. ihr Leben einsetzen“, sagte Doll. In der Geschichte um den schwarzen General Othello, der seine große Liebe aus Eifersucht ermordet, stelle sich die Frage, wie sich der Krieg im Privatleben fortsetze, „ein unheimlich fesselnder Stoff“, ist sich der Intendant sicher.
Für Kinder steht bei den 55. Gandersheimer Domfestspielen das bekannte Märchen „Der gestiefelte Kater“ von den Brüdern Grimm auf dem Spielplan. Die junge Regisseurin Anne Spaeter will die alte Geschichte jedoch nicht nur nacherzählen, sondern eigene Akzente setzen. „Die Prinzessin als Trophäe des Siegers, das geht heute gar nicht mehr“, betont Spaeter.
Nicht nur vor dem Dom setzen die Festspiele in diesem Jahr auf modernes Theater, auch hinter dem Portal der über 900 Jahre alten Gandersheimer Stiftskirche wird in diesem Jahr ein besonderes Projekt zur Premiere kommen. Der renommierte Regisseur Peter Löscher wird zu später Stunde Shakespeare Liebes-Sonette als audiovisuelle Installation zum Leben erwecken. „Wir freuen uns sehr auf dieses atmosphärische und spannende Projekt“, sagte Doll.
Die 55. Gandersheimer Domfestspiele finden vom 1. Juni bis zum 4. August 2013 statt. Alle Informationen und Tickets unter: www.gandersheimer-domfestspiele.de.