Ulrike Draesner erhält Roswitha-Preis

Ulrike Draesner erhält am 1. November den Roswitha-Literaturpreis, der alljährlich von der Stadt Bad Gandersheim vergeben wird.

Ältester deutscher Frauen-Literaturpreis wird am 1. November vergeben

Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen gibt bekannt, dass der mit 5.500 Euro dotierte „Roswitha-Preis“, Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim, in diesem Jahr an die in Berlin lebende Schriftstellerin Ulrike Draesner vergeben wird.

Der älteste deutsche Literaturpreis für Schriftstellerinnen (seit dem Jahr 1973) wird am Freitag, 1. November, 18 Uhr, in der Stiftskirche zu Bad Gandersheim an die Autorin verliehen. Der Preis erinnert an die erste deutsche Schriftstellerin, die Kanonisse Roswitha von Gandersheim, die im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim Legenden, Dramen und historische Gedichte schrieb.
In der einstimmigen Entscheidung der unabhängigen Jury heißt es: „Ulrike Draesner zählt seit den neunziger Jahren zu den vielseitigsten deutschen Schriftstellerinnen. Egal, ob literaturwissenschaftliche Essays wie ‚Schöne Frauen lesen’, ob Romane wie ‚Mitgift’ oder ‚Vorliebe’ oder Aufsätze wie in ihrem Sammelband mit Gedanken zu Dichtern wie Heinrich von Kleist oder James Joyce, ‚Heimliche Helden’. Sie beweist Stilsicherheit, Neugierde auf das, was sich hinter der Fassade verbirgt, und die Lust auf Spurensuche und gedankliche Vielfalt. Vor allem aber ihre Gedichte, erschienen in mehreren Anthologien, zeigen eine sprachgewaltige und originelle Dichterin, die sich auch hier nicht mit ausgetretenen Pfaden zufriedengibt. Ulrike Draesner lotet immer wieder neue Grenzen aus, spielt mit Klischees und literarischen Versatzformen und zeigt eine erstaunliche Bandbreite an Themen, Ideen und Vorlieben für das, was oft in der Literatur zu kurz kommt: Den spielerischen Umgang mit Sprache, Form und Inhalten, nicht zu vergessen den Mut zu unterhalten“.
Ulrike Draesner wurde im Jahre 1962 in München geboren. Nach dem Abitur studierte sie Rechtswissenschaften, Anglistik, Germanistik und Philosophie an den Universitäten in München, Salamanca und Oxford. Von 1989 bis 1993 war sie wissenschaftliche Assistentin am Münchner Institut für Deutsche Philologie. 1992 promovierte sie über ein mediävistisches Thema. 1993 gab sie ihre wissenschaftliche Laufbahn zugunsten der schriftstellerischen Arbeit auf. Seit 1994 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin.
Die Verleihung des traditionsreichen „Roswitha-Preises“ der Stadt Bad Gandersheim wird durch die Stiftung Niedersächsischer Volks- und Raiffeisenbanken, der Volksbank und den Paracelsus-Klinken Bad Gandersheim gefördert.