Zum Abschluss erfüllt sich der Intendant einen Herzenswunsch

Orsino, Herzog von Illyrien, eine der Hauptfiguren in Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“ wird von Florian Reiners verkörpert. (Foto: Strache)
 
Auch Musik spielt in der Komödie eine Rolle. (Foto: Strache)

Gandersheimer Domfestspiele feierten gestern die bereits 53. Eröffnung

Von Maximilian Strache, Bad Gandersheim

Nach acht Jahren ist es die letzte Spielzeit von Intendant Professor Johannes Klaus bei den 53. Gandersheimer Domfestspielen. Acht Jahre, die dem Theater-Lehrer viel Freude bereitet haben. 36.000 Karten konnten bisher verkauft werden. Ein Ergebnis was Klaus und den Kaufmännischen Geschäftsführer Ulrich Klötzner positiv stimmt. „Sollten wir von Unwettern verschont bleiben kann das eine sehr erfolgreiche Spielzeit werden“, sind sich Klötzner und Klaus einig.
Fünf Stücke stehen in diesem Jahr auf dem Programm der Domfestspiele. Mit der Komödie „Was ihr wollt“ von William Shakespeare erfüllt sich der Intendant einen Herzenswunsch. „Ich wollte diesen Klassiker schon immer auf die Bühne der Domfestspiele bringen. In den vergangenen Jahren ist uns jedoch immer etwas dazwischen gekommen. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass es in meinem letzten Jahr noch geklappt hat“, sagt Professor Johannes Klaus.
Mit dem Kinder- und Familienstück „Pinocchio“ ist Christian Doll, künftiger Intendant der Domfestspiele, schon dieses Jahr aktiv dabei. Klaus ist froh, dass er mit Doll zusammenarbeiten kann, da sich der „Übergang dann fließend gestaltet.“
Die 80er Schlagerette von Hilke Bultmann „Sprüh`s auf jede Wand“ feierte gestern Abend Premiere. Inszeniert wird das Stück von Olaf Strieb, einem Kind der 80er, als das er sich selbst bezeichnet. Das Stück ist eine musikalische Zeitreise durch das Jahrzehnt der Neuen Deutschen Welle und flippigen Fönfrisuren. Thematisch dreht es sich um die Zeit des atomaren Wettrüstens. „In Anbetracht der Atom-Katastrophe in Fukushima und dem geplanten Atomausstieg der Bundesregierung hat das Thema nichts an seiner Aktualität eingebüßt“, findet Strieb.
Im klassischen Stück der diesjährigen Domfestspiele „Was ihr wollt“ dreht sich alles um die Themen Liebe, Intrigen und Freundschaft – eine typische Shakespeare-Thematik, doch sehr witzig verpackt. Das Stück feiert nächste Woche am Freitag, 1. Juli, Premiere. Inszeniert wird das Stück von Professor Johannes Klaus.
Die letzte Premiere erfolgt dann eine Woche später am Freitag, 7. Juli, mit dem Musical „Aida“. Für das Musikstück von Elton John und Tim Rices wurden bisher die meisten Karten verkauft. „Musik zieht eben. Musicals und Schlageretten sind beim Publikum sehr beliebt“, erklärt Klaus die große Nachfrage nach den Karten. Das im Jahr 2000 von der Disney Company herausgebrachte Musical wird von Achim Lenz inszeniert und ist mit hochklassigen Sängern besetzt. „Ich bin mir sicher, dass die Hauptdarsteller dieses Jahr zu den absoluten Stars der Domfestspiele avancieren“, sagt Lenz.
Am 30 Juli, erfolgt dann die Wiederaufnahme des Erfolgsstücks aus dem Vorjahr „Wie im Himmel“. Fünf Mal wird dem Gandersheimer Publikum das Stück präsentiert.
Nach der Jungen Bühne, der Seebühne, der Theaterscheune und anderen Orten, die die Macher in Gandersheim entdeckten, wird in diesem Jahr die Rosenbühne im Rosencafé Brunshausen aus der Taufe gehoben. Ab dem 10. Juli gibt es dort ein Wiedersehen mit Publikumslieblingen aus der Intendanz von Professor Johannes Klaus.
Neben der thematischen Gestaltung der 53. Domfestspiele spielt natürlich auch die finanzielle Ausstattung eine gewichtige Rolle. Ulrich Klötzner erklärt, dass die Trennung von der Stadt Bad Gandersheim als Veranstalter bisher keine negativen Auswirkungen auf den Festspielbetrieb hat: „Natürlich müssen wir uns heute sehr viel intensiver um die Akquise von langfristigen Sponsoren bemühen, das uns die finanzielle Absicherung durch einen kommunalen Partner als Auffangnetz fehlt.“ In diesem Jahr haben die Domfestspiele ein Budget von 1,35 Millionen Euro. 100.000 Euro kommen aus den Kassen der Sponsoren. Mit einigen Sponsoren konnte die Festspiel-Gesellschaft langfristige Verträge schließen. Die Laufzeit beträgt dabei drei Jahre. Dennoch mahnt Klötzner zur Vorsicht: „Gelder von Sponsoren können schon im nächsten Jahr wegfallen.“ Aus diesem Grund sind die Festspiele umso mehr auf Gelder aus Stiftungstöpfen angewiesen. „Die Stiftung der Sparkasse Northeim und die Kultur- und Denkmalstiftung sind sehr wichtige Geldgeber, die uns eine gewisse Planungssicherheit geben“, beschreibt Klötzner. Gandersheims Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen ist froh, dass sich die Domfestspiele auf eigene Beine gestellt haben. Die finanzielle Absicherung der Veranstaltung hat die Stadt vor große finanzielle Herausforderungen gestellt, die in Zeiten knapper Kassen schwer zu meistern sind. Trotzdem erwartet der Bürgermeister, dass sich die Domfestspiele nicht zu einer Wanderveranstaltung entwickeln. „Seit 1959 sind die Gandersheimer Domfestspiele eine kulturelle Institution in der Region. Und das soll auch so bleiben“, macht Ehmen deutlich.
Zum Ende der Spielzeit, das verriet das Gandersheimer Stadtoberhaupt schon jetzt, wird Professor Johannes Klaus der Kulturpreis der Stadt Bad Gandersheim für seine langjährigen Verdienste verliehen.
Für sämtliche Vorstellungen der Gandersheimer Domfestspiele sind noch Karten erhältlich. Erreichbar ist die Kartenhotline unter der Rufnummer (05382) 73 777 oder per Email unter kartenzentrale@bad-gandersheim.de