100.000 Euro für Forschungsprojekt

Bei der symbolischen Übergabe des Fördergeldes im HEZ: Frank Uhlenhaut, Christel Wemheuer, Dr. Stefan Flindt und Dr. Thomas Gans. (Foto: Niemann)

Fördergeld aus Leader-Projekt sollen weitere Funde aus Lichtensteinhöhle ausgewertet werden

Einen symbolischen Scheck in Höhe von 100.000 Euro konnten am Dienstag Dr. Stefan Flindt und die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer vom 1. Vorsitzenden der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) des LEADER-Förderprogramms Frank Uhlenhaut und dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Thomas Gans im HöhlenErlebnisZentrum (HEZ) Iberger Tropfsteinhöhle entgegennehmen.

Das Projekt „Untersuchungen zur Lichtensteinhöhle“ ist das erste LEADER-Projekt und ein interdisziplinäres Forschungsprogramm des Kreises Göttingen (Altkreis Osterode) mit Unterstützung durch Forschungsmittel des Landesverbandes Niedersachsen in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesverband für Denkmalpflege. Das LEADER-Förderprogramm ist ein Programm der Europäischen Union und soll die ländlichen Regionen auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung unterstützen.
In seiner Rede dankte Uhlenhaut zunächst der Geschäftsführerin des HEZ Ortrud Krause für die Organisation des Abends. Wie Uhlenhaut sagte, habe Dr. Flindt feststellen müssen, welche Kriterien für eine Förderung erfüllt werden mussten, aber am Ende habe es sich gelohnt. „Das HöhlenErlebnisZentrum ist ein Leuchtturm und das Geld ist gut angelegt“, so der 1. Vorsitzende. „Ich hoffe, dass durch das Forschungsprojekt das HöhlenErlebnisZentrum erweitert wird und die Attraktivität erhalten bleibt“.
Der Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, dankte für die besondere Wertschätzung, die hier durch die Übergabe des Zuwendungsbescheides zuteil werde. Das HEZ sei zusammen mit dem WeltWald die nördliche Spitze des neuen Tourismus im Landkreis Göttingen. Das Forschungsprojekt sei wichtig, so Dietzmann, denn auch in diesem Jahr sollen wieder 70.000 Besucher im HEZ gezählt werden, und um dies auch weiterhin zu erreichen, müsse das Innenleben erneuert werden, um die Außenwirkung zu erhalten.
„Das ist ein klasse Projekt mit touristischer Aufwertung im Schwerpunkt Harzvorland“, so die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer. Um Fördergelder aus dem LEADER-Projekt zu erhalten, müsse man einen langen Atem haben. Und was die benötigten Kofinanzierungen angehe, denke sie, dass Göttingen bestimmt willig sei, auch weiterhin gute Projekte zu unterstützen.
Im Anschluss berichtete Dr. Flindt über die Entdeckung der Lichtensteinhöhle im Jahr 1972 zwischen Förste und Dorste und über die bisherigen Forschungsergebnisse. Mittlerweile habe man durch die gut erhaltene DNA 60 Menschen identifizieren und zuordnen können. „Es ist die älteste nachgewiesene Großfamilie der Welt“, so Dr. Flindt, „darum beneidet man unseren Landkreis“. Weitere Projektziele, die jetzt durch das Fördergeld möglich seien, seien die Erweiterung der Ausstellung mit den neuen Erkenntnissen sowie die Auswertung von 12.000 Tierknochen, 17.000 Pflanzenresten und eine Isotopenanalyse der Menschenknochen.