Ab sofort ist Stollen-Zeit

Die Stollen-Verkostung im Bergbaumuseum Knesebeckschacht: Weit mehr als 100 Gäste wollten sich das nicht entgehen lassen.
 
Ortsbürgermeister Manfred von Daak und Sabine Gerbrich übernahmen den offiziellen Stollen-Anschnitt.

Bäckerinnungen eröffneten die Saison im Bergbaumuseum Knesebeckschacht in Bad Grund

Wer bisher vielleicht noch kein Stollenfan war, hatte am vergangenen Sonnabend die Gelegenheit dazu, einer zu werden. Mit einem leckeren Vorgeschmack auf die kommende Weihnachtszeit gab es unter dem Motto „Stollen im Stollen“ eine Gratisverkostung des Traditionsgebäcks, mit der die Bäckerinnung Goslar-Salzgitter zusammen mit ihren Osteroder und Duderstädter Kollegen der Bäckerinnung Südniedersachsen mit dem ersten offiziellen Stollen-Anschnitt die Vorweihnachtszeit eingeläutet hatte. Fritz Raffert, Obermeister der Bäckerinnung Goslar-Salzgitter, und Joachim Friehe, Obermeister der Bäckerinnung Osterode, begrüßten mit ihren Kollegen gemeinsam die weit mehr als 100 Gäste im Bergbaumuseum Knesebeckschacht.

Den offiziellen Anschnitt übernahmen der Ortsbürgermeister von Bad Grund Manfred von Daak und Sabine Gerbrich, denen es dadurch auch zuteil wurde, das erste Stück gleich von der Hand zu probieren. „Seit 17 Jahren ist es inzwischen eine schöne Tradition, jedes Jahr mit einem besonderen Stollen die Saison einzuläuten“, so Raffert, der den Anwesenden die Besonderheiten des Harzer Bockbierstollens erläuterte. Der Grundstollen dieser Kreation ist der leichte Harzer Butterquarkstollen, der aus Rosinen, Quark und Butter besteht und ohne Zitronat oder Orangeat gebacken wird, wie der Obermeister erklärte. Der besondere Pfiff bei dem Harzer Bockbierstollen sei jedoch das feine Hefearoma durch das Einlegen der Rosinen in dem naturtrüben Herbstbock Harzer Naturherbst der Altenauer Brauerei. Auch bei der Verwendung des Mehls sei man getreu dem Motto „Aus der Region, für die Region“ vorgegangen. „Wir passen uns gerne dem Geschmack der Konsumenten an“, so Raffert, „die Herkunft der Zutaten ist den Menschen wichtig und zudem muss ein Stollen heute locker sein und leicht daherkommen“. Neben dem Harzer Bockbierstollen konnten die Gäste auch gratis den Butterquark- wie auch den Angelina-Nuss-Stollen probieren.
Josefina Gladys war mit ihrem Partner aus Seesen angereist und zeigte sich sehr begeistert über die Veranstaltung. „Es war sehr gemütlich hier und die Stollen waren lecker“, so die Seesenerin, „da schmeckt man noch die guten Zutaten, im Gegensatz zu denen aus dem Supermarkt“. Für Zuhause haben die beiden einen Quark- und einen Bierstollen mitgenommen. Roswita Hellmann aus Bad Grund hat mit Familie und Freunden den Stollenanschnitt zum Anlass genommen, gemeinsam Kaffee zu trinken und sich dabei einen schönen Nachmittag zu machen. „Man hat gemerkt, dass sich die Organisatoren sehr viel Mühe gegeben haben, auch bei der Dekoration der Tische. Wir haben uns sehr wohl gefühlt“, so die Bad Grunderin.
Während der Verkostung stand das Bergbaumuseums-Team um Volker Sturm bereit, um Fragen rund um die Bad Grunder Bergbaugeschichte zu beantworten. Auch das Rahmenprogramm kam bei den Besuchern sehr gut an, die sich später bei den Vorführungen der Harzer Holzfuhrleute von Harzklub-Zweigvereinen aus der Region vor dem Museum versammelten. Die Verbindung aus dem traditionsreichen Peitschenknallen aus früheren Zeiten mit der Präsentation des Traditionsgebäcks im neuen Gewand war für die Besucher ein gelungenes Fest mit Vorweihnachtsstimmung, die Sabine Gerbrich mit Akkordeonklängen untermalte. Sie wurde kürzlich „Niedersachsens Nr. 1” bei Radio NDR 1.