Arbeitsmarkt ist in der Sommerpause

Im Landkreis Osterode stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum. Der aktuelle Arbeitsmarktbericht weist einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen aus. (Foto: Strache)

Im Bezirk Osterode setzt sich positiver Trend fort / Quote liegt bei 9,2 Prozent

Von Maximilian Strache, Osterode

Der aktuelle Arbeitsmarktbericht weist zwar eine leicht steigende Tendenz für den Monat Juli aus, doch die Arbeitsmarktexperten führen den Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf saisonale, und nicht auf konjunkturelle Gründe zurück. Auch Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, sieht den leichten Anstieg gelassen: „Nach wie vor ist die konjunkturelle Belebung auf dem Arbeitsmarkt deutlich spürbar. Ein großer Teil der arbeitslos gemeldeten jungen Leute wird erfahrungsgemäß in den nächsten Wochen die Arbeitslosigkeit auch wieder beenden können.“ Aus Sicht des Agenturchefs sind die Jobchancen Jugendlicher, die regional mobil sind oder auch eine Ausbildung abgeschlossen haben, derzeit besonders gut.
Zu den Gewinnern des neuesten Arbeitsmarktberichtes gehört der Agenturbezirk Osterode. Dort ging die Arbeitslosenquote um 1,7 Prozent (59 Arbeitslose weniger) zurück. Übertrumpft wird der Bezirk Osterode nur noch durch den Bezirk Hannoversch Münden. Dort konnten die Arbeitsmarktexperten sogar einen Rückgang von 2,6 Prozent verbuchen. In allen anderen Gebieten des Agenturbezirkes Göttingen stieg die Zahl der Arbeitslosen hingegen an. Die Quote für den gesamten Agenturbezirk Göttingen beläuft sich aktuell auf 7,4 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent (375 Arbeitslose).
Besonders deutlich war in allen Landkreisen der Rückgang der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Landkreis Northeim ging die Zahl der Arbeitslosen um 3,4 Prozent zurück, im Landkreis Osterode sogar um 10,8 Prozent und im Landkreis Göttingen um 16,3 Prozent.
Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in der Zahl der gemeldeten Stellenangebote wider. Im Juli meldeten Betriebe und Verwaltung der Agentur für Arbeit 1.032 freie Arbeitsplätze für den gesamten Agenturbezirk Göttingen. Das sind 53 Stellen (5,4 Prozent) mehr als noch im Vormonat.
Besonders gute Chancen haben Arbeits- und Ausbildungsplatz-Suchende in der Metall- und Elektroindustrie. Aber auch im Dienstleistungssektor stehen die Chancen auf eine Anstellung nicht schlecht. Besonders in der Pflege werden weiterhin qualifizierte Kräfte gebraucht.
Auch das verlangsamte Wachstum sehen die Experten nicht als gravierendes Problem. Der Arbeitsmarkt wird weiter wachsen, wenn auch in geringerer Geschwindigkeit. Bundeswirtschaftsminister Phillip Rösler will in der neuerlichen Entwicklung sogar einen Trend zur nahenden Vollbeschäftigung in der Bundesrepublik erkennen.
Ein großes Fragezeichen steht indes über den Auswirkungen der europäischen und US-amerikanischen Schuldenkrise auf den hiesigen Arbeitsmarkt. Die Finanzkrise ist weiterhin ein Problem, kann aber aus arbeitsmarktpolitischer Sicht nicht genau definiert werden. Dass eine weitere Zuspitzung der Schuldenkrisen aber nicht spurlos am Arbeitsmarkt vorbeigehen würde, ist wahrscheinlich.