Atrium wird ins Zeitalter des Barock versetzt

Der Singkreis Harz konzertierte unter der Leitung von José V. López de Vergara im Grunder Atrium. (Foto: Kluge)

Singakademie Harz spielt unter Leitung von de Vergara Stücke von Händel und Bach

Von Camillo Kluge, Bad Grund

Barocke Klänge von Georg Friedrich Händel und Johannes Sebastian Bach lockten gut 60 Gäste zu einem Konzert ins Atrium Bad Grund. Die Singakademie Harz (SAH) gab dort, verstärkt mit Orchester und einigen Solisten, ein Sommerkonzert.
Noch nicht einmal ein Jahr ist der Verein mit Sängern aus Bad Sachsa und Bad Lauterberg alt, die sich mit José V. López de Vergara einen absoluten Profi als künstlerischen Leiter an Land ziehen konnten. De Vergara ist nicht nur seit 2006 Musikpädagoge am Pädagogium Bad Sachsa sondern verfügt auch über ausgezeichnete Referenzen. Unter anderem durfte er schon das Leipziger Gewandhausorchester oder auch das Orquesta municipal de Madrid leiten. Neben dem Barockorchester Göttingen verstärkten Lothar Mayer am Cembalo sowie fünf ausgezeichnete Solostimmen die Aufführenden, die das Auditorium in die Zeit barocker Lustspiele entführten.
Während Händels „Acis and Galatea“ in englischer Sprache gesungen wurde, gab es Bach in deutscher Sprache. Musik und Solisten dominierten freilich die beiden Geschichten, allen voran das stil- und die Epoche prägende Cembalo. Freilich bestachen auch die starken Solisten. Besonderen Spaß bereitete Tenor Georg Poplutz. Der gebürtige Westfale, versehen mit dichten buschigen Augenbrauen, setzte eben jene als passende und amüsante Begleitung für seine Stücke ein. Mit Ramon Rimpler, der als Alt-Echo seinen Auftritt im Verborgenen hatte, war auch ein Schüler des Pädagogiums im Einsatz.
Auch Thomas Riede kam eine besondere Rolle zu. Der Countertenor durfte, wie es damals ja auch üblich war, diverse Passagen in Alt, der tiefen Frauenstimme, vortragen. Besonderes Vergnügen bereitete dies, wenn Riede und Poplutz zu einem lieblichen Duett ansetzten. „Ich bin deine, du bist meine, küsse mich, ich küsse dich“ wirkte zwischen den Mannsbildern optisch vergnüglich, nicht zuletzt dank mimischer Koketterien von Poplutz. Zur Zeit des Barock steckten die Darsteller natürlich in passenden Kostümen, im Atrium zählte aber die Musik, der Klang. Und das war „alte Musik“ vom Feinsten. Man darf gespannt sein, was die Singakademie Harz, die im Oktober ersten Geburtstag feiert, noch so alles auf die Beine stellen wird.