Auf 930 Metern 256 Schäden festgestellt

Betriebsausschuss der Samtgemeinde: Geplante Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation abgesegnet

Keine sonderlich guten Nachrichten überbrachte Ingenieur Jens Bühmann dem Betriebsausschuss des Rates der Samtgemeinde Bad Grund. Denn das Ingenieurbüro Pabsch und Partner, das Bühmann repräsentierte, hat ein Kanalsanierungskonzept für das Eichelbachtal erstellt. Auf den 930 Metern des Hauptkanals wurden dabei allein 256 Schäden festgestellt, bei den 300 Metern, die unter die Hausanschlüsse fallen, sind es 139 Schäden.
Mittels eines Roboters hatte das Ingenieurbüro die Kanäle unter die Lupe genommen. Bühmann präsentierte dazu auch einige Bilder, die Undichtigkeiten, Abflusshindernisse wie Wurzeleinwuchs, Risse oder gar Rohrbrüche zeigten. Bei den Schäden im Bereich der Hausanschlüsse sind nach den Auswertungen nicht nur die Leitungen betroffen, sondern auch einige der insgesamt 31 Schmutzwasser-Hausanschlüsse. Die gute Nachricht lautet, dass auf 570 Metern des Hauptkanals eine „Rohr in Rohr“-Sanierung stattfinden kann. Allerdings sind zuvor zwei Reparaturen mittels offener Baustellen erforderlich. Bei den Hausanschlüssen sind 15 komplett zu erneuern, elf sind okay und die übrigen fünf mittels offener Baustellen zu reparieren.
Für den Hauptkanal rechnet das Ingenieurbüro mit Kosten von etwa 136.000 Euro, bei den Hausanschlüssen kommen sie auf 108.000 Euro. Wobei da noch zu klären ist, ob und in welchem Umfang Hauseigentümer einen Anteil zu tragen haben. Auf Vorschlag Bühmanns stimmt der Ausschuss zu, zunächst die Grundstücks-Entwässerung noch genauer zu prüfen, sich dann mit den betroffenen Eigentümern zu beraten um dann eine Detailplanung vorzunehmen. Der Hauptkanal jedenfalls soll 2014 saniert werden, der Termin für die Hausanschlüsse ist noch völlig offen.
Einstimmig segnete der Ausschuss die geplante Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation sowie der Trinkwasserversorgung in der Straße „Am Rösteberg“ ab. Der Kanal ist nicht nur schon 60 Jahre alt, allein dieses Jahr gab es dort bereits zwei Brüche, was die Notwendigkeit verdeutlicht. Die Maßnahme drängt sich zudem auf, da sich Arbeiten mit der Straßensanierungsmaßnahme der Bergstadt verknüpfen lässt.
Der Arbeitskreis Friedhöfe hat in mehreren Sitzungen ein leicht verändertes Konzept über die Grabarten entwickelt. „Das soll Kosten für den Bürger einsparen“, sagt Ausschuss-Vorsitzender Peter Kalla, der auch dem Arbeitskreis angehörte. Dieses Konzept soll nun dem SG-Rat vorgelegt werden, „der kann dann der Verwaltung den Auftrag für eine Vorlage erteilen“, so Kalla.
Schließlich legte noch Samtgemeindewerke-Leiter Uwe Schiller seinen Bericht vor. Für den Bereich Wasser teilte er mit, dass alle Trinkwasserproben in Ordnung waren, im Samtgemeindebereich bis Ende Oktober 33 Rohrbrüche verzeichnet wurden und mit den Harzwasserwerken an einer für die SG-Werke tragbaren Lösung des 32.000 Euro-Schadens am Johannisborn (wir berichteten) gearbeitet werde. Er teilte mit, dass die im Rahmen der geplanten Energieautarken Kläranlage vorgenommen Erhebungen bezüglich einer Wirkung auf festgestellte Fledermausvorkommen „keinen Hinderungsgrund für die Errichtung“ der dazu notwendigen Windräder darstellen. Insofern kam der Ausschuss überein, die Planungen weiter fortzusetzen.