Bayerische Waldbauern zu Gast in Gittelde

Die Waldbauernvereinigung Kronach-Rothenkirchen vor ihrer Abfahrt in den Gittelder Wald. Foto: Niemann

Besucher machen sich ein Bild von naturnaher Bewirtschaftung

Auf Einladung des Niedersächsischen Forstamts Seesen war die Waldbauernvereinigung Kronach-Rothenkirchen aus Bayern für einen Tag zu Gast in Münchehof und Gittelde, um sich ein Bild davon zu machen, wie die Umwandlung von Monokulturen in artenreiche Laubmischwälder gelingen kann.

Organisiert hatte diese Fortbildung das für die Privatwaldbesitzer in Bayern zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forst mit dem zuständigen Bereichsleiter Michael Schneider, der die Delegation begleitete. Die etwa 45 Teilnehmer der Gruppe interessierte dabei besonders der Gittelder Wald, der als Beispielwald für langfristige naturgemäße Bewirtschaftung gilt, da diese Prinzipien dort bereits seit mehr als 70 Jahren konsequent durchgeführt werden.
Zu verdanken ist dies dem damaligen Leiter des Forstamtes Stauffenburg/Bad Gandersheim Dr. Willy Wobst, der seit 1942 die ökonomische und ökologische Bewirtschaftung für ein gesundes Waldgefüge mit Bäumen unterschiedlicher Arten, Höhen und Altersklassen durchsetzte. Die Bemühungen von Wobst zeigten, wenn auch erst nach Jahrzehnten, deutliche Fortschritte, so dass der Gittelder Wald, der sogenannte Landteil, im Jahr 2008 von dem europäischen Verband professioneller Forstleute ProSilva zertifiziert wurde. ProSilva besteht seit 1989 und setzt sich für die naturnahe Waldbewirtschaftung zum Schutz von Klima, Boden und Ökosystemen ein.
Der Forstamtsleiter Seesen Henning Geske, Dr. Hermann Wobst, Sohn von Willy Wobst und von 1966 bis 2000 selbst Forstamtsleiter, sowie der jetzige Revierleiter Rolf Schulz und sein Vorgänger Gerrit Zimmermann nahmen zusammen mit Forstreferendar Martin Humm die Besucher im Forstlichen Bildungszentrum in Münchehof in Empfang und fuhren mit ihnen in den Landteil. „Der Austausch untereinander ist besonders wichtig, um das Wissen für den Wald nutzen zu können“, betonte Rolf Schulz, „keiner von uns weiß alles, wir müssen uns gegenseitig ergänzen“.