Bergbautradition darf nicht vergessen werden

Manfred von Daak überreicht Gerd Hintze ein Flachgeschenk.
 
Der Spielmannszug Bad Salzdetfurth spielte während der Bergparade.

Knappenverein richtet traditionelles Bergdankfest aus / Große Bergparade durch den Ort / Feier im Atrium

Der Knappenverein Bad Grund/Harz und Umgebung, der 2013 sein 25-jähriges Bestehen feiert, hatte zum bereits 20. Bergdankfest eingeladen, und eine große Zahl von Gästen aus der Bergstadt sowie aus ganz Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen nahm an dieser traditionsreichen Feier teil. Zum ersten Mal wurde das Bergdankfest im Jahr der Schließung des Erzbergwerkes Bad Grund der Preussag AG durchgeführt.
Eröffnet wurden die Feierlichkeiten mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Antonius-Kirche. Geleitet wurde der Gottesdienst von Pastor Michael Henheik. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Männergesangverein Badenhausen.
An der Bergparade nahmen dann die Vertreter der Bergvereine, Bergfreunde und Knappenvereine aus Lengede, Salzgitter, Goslar, Büchenberg, Elbingerode/Harz, Bad Salzdetfurth, Broistedt, Rehburg-Loccum, Helesia Diekholzen, Asse Wittmar, Frellstedt, Borken, Frielendorf, Reyershausen und natürlich aus der Bergstadt teil. Wäh­rend der Spielmannszug Bad Salzdetfurth seine Instrumente anlässlich des Umzuges erklingen ließ, tat dies der Musikzug Taubenborn aufgrund der großen Kälte erst vor und während des Tscherperfrühstücks.
Dort spielten ebenso die Gäste aus der im nördlichen Harzvorland gelegenen Sportstadt auf, und die Brauchtumsgruppe „Harzer Roller“ gestaltete das Rahmenprogramm ebenfalls mit.
Es waren aber auch diverse Grußworte zu vernehmen. Zu Beginn begab sich Gerd Hintze ans Mikrophon, um die Gäste zu begrüßen. Ein besonderes „Glück Auf“ entrichtete er dem Bundesvorsitzenden der Berg- und Hüttenleute, Kurt Wardenga, dem Bundesgeschäftsführer Dietmar Richter, dem Ehrenvorsitzenden der VBN (Vereinigung Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Niedersachsen), Lutz Fründt, dem Landesvorsitzenden dieser Vereinigung, Rolf Sindram, und dem Landesvorsitzenden Thüringen, Helmut Grotsch, Bürgermeister und Schirmherr Manfred von Daak sowie Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor Harald Dietzmann.
Ein besonders Dankeschön sprach er dem Förderverein Bergbau und dem Heimatmuseum, Pastor Henheik und dem Männergesangverein, allen fleißigen Helfern des gastgebenden Knappenvereins sowie den Johannitern Bad Grund für die tatkräftige Unterstützung aus. Ein weiteres Dankeschön ging an alle Sponsoren für die finanzielle Unterstützung.
Manfred von Daak trat auch im Namen von Harald Dietzmann und des Stellvertreters des Landrates, Klaus Liebing, vor die Gäste und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Knappenverein der Bergstadt auch weiterhin ein derartiges Traditionsfest auf die Beine stellen werde.
Rolf Sindram erinnerte in seiner Rede daran, dass es in der Geschichte dieses Festes immer wieder gegolten habe, Hindernisse zu überwinden. In den zurückliegenden 20 Jahren hätten die Mitglieder des Knappenvereins mit aller Kraft und Freude um die Erhaltung dieses Brauchtums- und Traditionsfestes gekämpft. Und es sei ihnen trotz vieler Steine, die ihnen in den Weg gelegt wurden, immer wieder gelungen, dieses Fest auszurichten.
Wer Feste ausrichtet, werde nachempfinden, wie schwer es ist, immer an Türen zu klopfen, und um finanzielle Mittel anzufragen. So habe er beispielsweise von einigen Einwohnern der Bergstadt die Frage vernommen, wozu man so eine Veranstaltung benötige, wenn es keinen Bergbau mehr gibt.
Man sollte sich aber gerade in Bad Grund einmal fragen, wo denn der Name Bergstadt und der einst vorhandene Wohlstand der Stadt hergekommen sind. Waren es doch die Bergleute und das dazugehörende Bergwerk, welche dieses erst ermöglicht hatten. Hier vor Ort sei es doch kein Problem, dies in Erfahrung zu bringen. Dazu müsse man aber auch mal dem Bergbaumuseum einen Besuch abstatten, um in die Geschichte des Bergbaus in Bad Grund einzutauchen und mitreden zu können.
Er habe aber keine Bedenken, dass dieses Traditionsfest als eine der herausragenden Veranstaltungen innerhalb der Bergstadt, des Landes und auch auf Bundesebene durch den Knappenverein der Bergstadt fortgeführt und weitergegeben wird.
Kurt Wardenga brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Bergparade den festen Zusammenhalt der Bergkameraden unter Beweis gestellt habe. Und er hoffe, dass dies so bleibt, auch wenn bereits am 30. Juni und am 31. Dezember diesen Jahres die zwei Bergwerke im Saarland und in Nordrhein Westphalen geschlossen und in die letzten drei bundesweit noch betrieben Werke 2018 die letzten Bergleute einfahren werden.
Damit dürfe das Buch der große Bergmannsgeschichte nicht zugeschlagen werden, denn diese alte und schöne Tradition habe es verdient, auch in der Zukunft Bestand zu haben.