Bergleute halten an ihren Traditionen fest

Bergdankfest wird bei wunderschönem Wetter gefeiert

Am 31. März jährt sich zum 19. Mal der Tag der Schließung der Grube „Hilfe Gottes“ in Bad Grund. An der uralten Tradition des Bergdankfestes hält der Knappenverein jedoch weiter fest. So lebten die Bergleute bei strahlendem Sonnenschein mit Freunden, den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung sowie vielen Gästen am Sonnabend ihre Geschichte.

Von Camillo Kluge

Bad Grund. „In der schnelllebigen Zeit ist es schwer, Traditionen zu bewahren“, merkte Rolf Sindram in seiner kleinen Festansprache an. Doch drückte der Landesvorsitzende der Vereinigung Berg- und Hüttenleute Niedersachsen seine Hoffnung aus, dass mit der Reaktivierung der Kali-Werke Hildesheim und den Probebohrungen bei Goslar der Bergbau in der Region wieder belebt werde und die bergmännischen Traditionen neuen Schub erhalten. Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann erinnerte, dass der Bergbau „nichts an Bedeutung für die Region verloren hat.“ Er nannte den auch Bad Grund betreffenden Weltkulturerbestatus durch das Wasserregal, das seinen Ursprung im Bergbau habe. Auch machte er geschickt Werbung für seinen Favoriten „Bergstadt Bad Grund“ als Namen für die Einheitsgemeinde, nur möglich dank der Tradition als älteste Bergstadt im Harz. Mit dieser Namenswahl werde „der Bergbautradition weiter die Ehre erwiesen“.
Politik und Einheitsgemeinden spielten zu der Zeit, da das Bergdankfest ins Leben gerufen wurde, wohl weniger eine Rolle. „Vor ein paar Jahrhunderten hat die Kirche das Fest etabliert“, erklärt Gerd Hintze, 1. Vorsitzender des Knappenvereins Bad Grund, „der genau Zeitpunkt ist nicht bekannt.“ Es sei ein typisches Harzer Fest, bei dem die Bergleute für die Ausbeute dankten. Während hier im ausklingenden Winter gefeiert wird, weiß Hintze zum Beispiel vom Erzgebirge, dass ein ähnliches Fest als „Mettenschicht“ kurz vor Weihnachten begangen wird.
So startete der Festtag traditionell in der voll besetzten St. Antoniuskirche mit einem Gottesdienst. Die Lieder während des Gottesdienstes hatte Pastor Michael Henheik aus dem „Oberharzer Schichtsegen – Bergandachten für Grube und Haus“ gewählt. Angeführt vom Musikzug Taubenborn zogen die Kirchbesucher sowie viele weitere Knappenvereine, die von Goslar, Lengede oder sogar aus dem Tecklenburger Land angereist waren, in einem kleinen Umzug zum Atrium. Dort wurde im Anschluss an die Begrüßung und die kurzen Festreden zunächst nach Bergmannsart „über den Daumen“ gefrühstückt. Musikzug Taubenborn und später die Heimatgruppe „Harzer Roller“ sorgten für die musikalische Untermalung bis zum gemütlichen Ausklang in den Nachmittagsstunden.