Besucher bekommen etwas auf die Ohren

Ortrud Krause, Harald Dietzmann und Gero Geißlreiter (von links) weihen die neuen Kopfhörer ein.

Welcome dear guests! Erweiterung des fremdsprachigen Angebots im HöhlenErlebnisZentrum

Bad Grund (bo /hz). Nachdem Gero Geißlreiter, Erster Kreisrat des Landkreises Osterode am Harz, im Mai die neue E-Ladestation in Betrieb genommen hatte, konnte er nun, wieder mit einem Stecker in der Hand, zusammen mit Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann die neuen Englisch-Hörstationen im HöhlenErlebnisZentrum (HEZ) einweihen. Ab sofort können die Kopfhörer im HEZ ausgeliehen werden. Das im Museum bereits vorhandene Audio-System war im ersten Schritt für deutschsprachige Gäste genutzt worden, die Dialoge zwischen den Vorfahren aus der Bronzezeit und einem Nachfahren hören können. Weitere Kanäle sind für zusätzliche Inhalte und Sprachen vorgesehen.
Das HöhlenErlebnisZentrum zieht seit seiner Eröffnung 2008 vermehrt Publikum aus dem Ausland an. Gruppen können zwar derzeit englische, dänische und spanische Höhlenführungen buchen, doch Einzelreisende erhielten bisher nur Grundinformationen zu den Ausstellungen und zur Höhle in Form von „handouts“, nicht aber dasselbe vertiefende Angebot wie deutschsprachige Besucher. Ab jetzt erhalten ausländische Gäste, die Englisch verstehen, Informationen in attraktiverer und reichhaltigerer Weise als bisher: An 17 Hörstationen werden sie mit Wissen und Gedanken über die Toten aus der Lichtensteinhöhle, über die Exponate und neuesten Forschungsergebnisse versehen. An drei zusätzlichen, untertägigen Stationen erfahren sie zudem die geologischen Aspekte des Ibergs und der Höhlenentstehung, die in Europa einzigartig ist. Zur Orientierung gibt es einen Plan mit der genauen Lage und den Themen der Stationen. Wer keine Zeit oder kein Interesse an bestimmten Aspekten mitgebracht hat, kann sich so seine bevorzugten Themen aussuchen, aber auch den Stecker ziehen, wenn er die vorangestellte Grundinformation gehört hat.
„Das neue Angebot ermöglicht es, die lange Geschichte und moderne Forschung der Region auch dem internationalen Publikum zu vermitteln und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern“, so Gero Geißlreiter aus Anlass der offiziellen Einweihung am Dienstag dieser Woche. Damit einher gingen also nicht nur zusätzliche Marketingmöglichkeiten für das HEZ, sondern auch für die touristische Region insgesamt, deren fremdsprachigen Angebote noch etwas dünn gesät seien. Vor allem das „Museum am Berg", das mit den Toten aus der Lichtensteinhöhle einem Höhepunkt der europäischen Höhlenarchäologie gewidmet ist, so Museumsleiterin Ortrud Krause, sei „nicht nur ein Ort für die Menschen der Südharzregion, unter denen es wahrscheinliche Nachfahren gibt, sondern es ist auch spannend für Besucher von auswärts. Es beschäftigt sich ja mit übergreifenden Themen, die in der Forschung, und gerade auch in ausländischen Medien, viel Aufmerksamkeit erregt haben“.
Ortrud Krause hat die je nach inhaltlicher Tiefe etwa drei bis sechs Minuten langen Hörtexte verfasst. Einfühlend übersetzt und gesprochen wurden sie schließlich von Mark Wigfall, einem in Bad Harzburg ansässigen native Speaker, Übersetzer und Lehrender an der Universität Göttingen.
„Für das HEZ, das ein überregional bedeutsames Haus ist, wurde es höchste Zeit, diese Bedeutung auch ausländischen Gästen stärker zu vermitteln. Da es sich jedoch selbst tragen muss und Zusatzangebote nicht selbstverständlich finanzierbar sind, freuen wir uns sehr über die Förderung des Projektes durch den Landschaftsverband Südniedersachsen, was die Realisierung durchaus beschleunigt hat“, so dankte schließlich Direktor Günter Jentsch dem Landschaftsverband, welcher etwas mehr als ein Drittel der Kosten übernommen hat.