Betriebsausschuss informiert sich vor Ort

Der Bauausschuss des Rates Bad Grund informierte sich vor Ort über die Druckmindererstandorte in der Ibergsiedlung. (Foto: Bordfeld)

Mitglieder ließen sich über die Anpassung der Wasserversorgung im Hinblick auf den demografischen Wandel beraten

Bevor sich die Mitglieder des Betriebsausschusses des Rates der Gemeinde Bad Grund von Markus Krügener (Ingenieurbüro HIFU) über die Anpassung der Wasserversorgung angesichts des demografischen Wandels informieren ließen, machten sie sich auf den Weg, um eines der RW-Übergabebauwerke im Bereich des Hübichweges zu besichtigen. Diese Übergabebauwerke dienen dazu, das Trinkwassereinzugsgebiet des Magdeburger Stollens vor dem ablaufenden Regenwasser der B 242 zu schützen.
Auch die Druckmindererstandorte in der „Ibergsiedlung“ wurden besichtigt. Für die Erneuerung der beiden Schächte, die den Druck des Versorgungsgebietes Hübichweg und des Versorgungsgebietes Ibergsiedlung regulieren, müssten rund 76.000 Euro eingeplant werden, so Betriebsleiter Uwe Schiller. Würde allerdings ein gemeinsamer Schacht gebaut, verringerten sich die Kosten um ein Drittel. Im Rahmen dieser Ortsbesichtigung nahm der Betriebsausschuss den Zustand der Druckminderschächte in der Ibergsiedlung/Hübichweg zur Kenntnis und beschloss gleichzeitig, diese durch den Neubau eines Druckminderschachtes zusammenzuführen und zu erneuern.
Im Sitzungssaal des Rathauses berichtete Markus Krügener, dass sich der Hochbehälter Windhausen zu einem zentralen Punkt der Wasserversorgung für die Vorlandgemeinden entwickelt habe, versorgt er doch neben Windhausen auch Gittelde, Willensen und Teile Badenhausens. Doch, gemessen an dem Wasserverbrauch von bis zu 800 Kubikmetern pro Tag, sei der Hochbehälter mit einem Speichervolumen von 300 Kubikmetern zu klein. Es gelte die Überlegung anzustellen, ob man zwei neue Behälter mit jeweils 500 Kubikmetern oder einen mit 1.000 Kubikmetern Wasser errichte. Weiter müsse abgewogen werden, ob sie aus Edelstahl oder aus Beton bestehen sollten. Die Mitglieder gaben zu bedenken, dass Edelstahlbehälter zwar optisch ansprechender und im Betrieb auch wartungsärmer seien aber etwa ein Drittel höhere Kosten gegenüber Beton verursachen würden.
Im Hinblick auf den Hochbehälter Badenhausen mahnte Krügener an, dass dort der Behälter saniert werden müsste, es aber auch die Möglichkeit bestehe, darauf zu verzichten und hier die Versorgung über den neuen, zentralen und ausreichend großen Hochbehälter in Windhausen sicher zu stellen.
Anschießend legte Völker Höfert in der Funktion des stellvertretenden Betriebsleiters die betriebswirtschaftliche Auswertung per Jahresmitte vor. In der Planung für 2014 im Bereich der Wasserversorgung sei von einem neutralen Ergebnis ausgegangen worden, wobei auch ein Verlustausgleich für aufgelaufene Defizite aus Vorjahren in Höhe von 221.000 Euro vorgesehen sei. Allerdings schließe das erste Halbjahr nach aktuellem Stand mit einem Defizit in Höhe von rund 8.700 Euro ab. Trotzdem bleibe die Zielsetzung, das laufende Jahr mindestens ausgeglichen abzuschließen, aufrechterhalten. Dazu sei aber eine sehr strenge Aufwandsbewirtschaftung im zweiten Halbjahr notwendig. Schließlich hänge die Entwicklung im Wesentlichen auch von der Wasserabgabe ab, die im zurückliegenden Jahr noch einmal deutlich gesunken sei. Auf Grund dieser Entwicklung seien Umsatzrückgänge von rund 30.000 Euro zu verkraften. Zudem wären auch in diesem Jahr wieder Mehraufwendungen durch den erneuten Störfall in der Wassergewinnung zu verkraften, die insgesamt eine Summe von mehr als 20.000 Euro ausmachen.
Ähnlich sehe es mit der Abwasserbeseitigung aus. Hier wird nach dem Halbjahresabschluss ein Verlust von etwa 29.000 Euro ausgewiesen. Allein 28.500 Euro Umsatzrückgäng sind zu verkraften, außerdem sind hohe Beratungskosten von circa 22.500 Euro zu berücksichtigen, die das Ergebnis negativ beeinflussen. Eine Gebührenkalkulation für das Jahr 2015 wurde für Herbst dieses Jahres angekündigt.
Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Betriebshofes wiederum schließe im ersten Halbjahr mit einem geringen Verlust in Höhe von rund 5.500 Euro ab. Positiv ist, dass die Auftragslage beim Baubetriebhof bislang durchgängig gesichert war und auch in der schneelosen Frühjahrszeit eine Vollauslastung gegeben war. Die Kostenentwicklung ist durch die Auswirkungen des Tarifabschlusses belastet, wodurch rund 17.000 Euro Mehrkosten erwartet werden. Zum Betriebszweig Bestattungswesen sei der Jahresverlauf unauffällig. Insbesondere die Pflege- und Unterhaltungsarbeiten auf den Friedhöfen seien innerhalb des Budgets möglich. Einzelne Renovierungsarbeiten an den Kapellen sind inzwischen beauftragt worden.
Betriebsleiter Uwe Schilling informierte, dass bislang 18 Rohrbrüche, die meisten in Bad Grund, zu verzeichnen gewesen seien. Weiter berichtete er, dass die Sanierungen in Badenhausen (Johannisborn bis zur Oberschule) und Gittelde (Liesenbring) abgeschlossen sind. Dahingegen befände sich die Sanierung des Mühlenbeus in Eisdorf noch in der Planungsphase. Gleiches gelte für die Sanierung Rösteberg in Bad Grund.