Bürger sprechen sich für Fusion mit Goslar aus

Die Teilnehmer beim ersten Vor-Ort-Gespräch der Bürgerinitiative in Bad Grund plädieren für eine Fusion mit dem nördlichen Nachbarn Goslar. (Foto: Kluge)
 
Jon Döring, Dr. Thomas Grammel und Otto Schönfelder haben die Bürgerinitiative vor drei Monaten ins Leben gerufen. (Foto: Strache)

Versammlung im Schützenhaus beschäftigt sich mit Plänen der BI / Eine Zukunft ist nur mit dem Harz möglich

Von Maximilian Strache,
Bad Grund

Knapp 50 Teilnehmer konnten die Initiatoren der Bürgerinitiative „Für-Osterode“, Dr. Thomas Grammel, Jon Döring und Otto Schönfelder, bei ihrem ersten Vor-Ort-Gespräch im Schützenhaus Bad Grund begrüßen. Zweck dieser Gespräche ist es, in den verschiedenen Gemeinden die Meinungen der Bürger einzufangen.
Eingangs erläuterten Grammel und Döring die aktuellen Entwicklungen in der Bürgerinitiative und gaben Auskunft über ihre Erfahrungen, die sie seit der Auftaktveranstaltung in Herzberg vor rund zwei Monaten gesammelt haben. Ihren ursprünglichen Forderungen, den Kreis Osterode nach Möglichkeit in seiner gegenwärtigen Form zu erhalten und einen neuen Landrat zu wählen, haben die drei inzwischen begraben. Bei einem Gespräch mit Vertretern der Landesregierung in Hannover wurde ihnen verdeutlicht, dass eine Fusion nahezu unausweichlich sei, da der Landkreis Osterode auf sich allein gestellt kaum Chancen habe zu überleben. Dabei spiele es zunächst auch keine Rolle welche Option der Fusion gewählt werde.
Deshalb haben sich die Köpfe der Bürgerinitiative nun ein anderes Ziel gesetzt: Eine Fusion mache ihrer Ansicht nach nur dann Sinn, wenn sie mit dem nördlichen Nachbarn dem Landkreis Goslar erfolgt.
Von dieser Option versprechen sich Grammel und Co. bei nachhaltiger Umsetzung wirtschaftliche Synergieeffekte und eine spürbare Belebung des Tourismus. Um diese Ziele zu erreichen will die Bürgerinitiative auf eine „Politik der kleinen Schritte“ setzen.
Die Meinungen der anwesenden Bürger im Schützenhaus divergierten nur in geringem Maß von den Ansichten von Grammel, Döring und Schönfelder. Ein Großteil der Bürger befürwortete die Ideen der Bürgerinititative. Auch Manfred von Daak, Bürgermeister der Bergstadt Bad Grund, betonte in seinerm kurzen Redebeitrag, dass eine Fusion mit Goslar eine gute Lösung sei. Diese Meinung teile auch der Rat der Stadt. Im Gespräch mit dem „Beobachter“ zeigte sich von Daak erfreut über die Kehrtwende der Bürgerinititiative: „Die Veranstaltung hat zwar keine neuen Erkenntnisse gebracht, ich empfinde es aber als vernünftig, dass die ursprünglichen Pläne, Osterode als eigenständigen Landkreis zu erhalten und einen neuen Landrat zu wählen, korrigiert wurden.“
Als Gegner einer wie auch immer gearteten Fusion trat Wilhelm Hausmann, ehemaliger Kreiskämmerer des Landkreises Osterode, in Erscheinung. Hausmann ist der Meinung, dass eine Fusion nur dann Sinn macht, wenn am Ende ein wirklich tragfähiges Gebilde geschaffen wird. Er warnte aber davor, eine Fusion als Allheilmittel aller Probleme anzusehen. „Wir brauchen nicht glauben, dass eine Fusion, ob mit Götingen oder Goslar, beispielsweise den demografischen Wandel umkehrt. Die Menschen werden nach einer Kreisfusion nicht mehr Kinder bekommen“, so Hausmann.
Rainer Rieke, ein Bürger aus Osterode, fragte, warum die Fusionsdebatte in einer solchen Eile geführt wird und mahnte im gleichen Atemzug an, „die Dinge sacken zu lassen“, um besonnen die Fakten klären zu können.
Günter Grottke aus Bad Grund sprach in seinem Beitrag, die Vernachlässigung des Toursimus an. Grottke ist der Überzeugung, dass die Region seit der Wiedervereinigung nicht mehr gefördert wurde, obwohl der Toursimus mit dem Ende des Bergbaus im Jahr 1992, als Wirtschaftsfaktor wachsende Bedeutung erfahren hat und somit einer besonderen Pflege bedarf. Eine Meinung, die von vielen der Anwesenden mit zustimmenden Kopfnicken begleitet wurde.
Einig waren sich alle Teilnehmer, dass der Landkreis Osterode und die Region nur eine Zukunft hat, wenn die Anbindung an den Harz nicht nur geografisch, sondern auch verwaltungsseitig vorhanden bleibt. Und auch die Hoffnung, dass Image des Harz aufpolieren zu können löste bei der Versammlung im Schützenhaus ein Gefühl der Einigkeit aus.