Der Schutz für das Trinkwasser wird verstärkt

Die Rohre unter der B242, die oberhalb des Teufelstal zur Zeit zu sehen sind. (Foto: Kluge)

Im Oktober sollen die Erdarbeiten abgeschlossen sein / Sonden lösen Alarm bei großem Wasseraufkommen aus

Teilweise stechen die Rohre unterhalb der B 242 wie richtungsweisende Finger einige Meter aus dem Erdreich heraus. Denn an der B 242 bei Bad Grund wird die Straßenentwässerung geändert, um den Schutz für das Trinkwasser aus dem Bereich „Magdeburger Stollen“ zu verstärken. Doch schon greift die nächste Sorge um sich. Können die Kanäle das Wasser fassen? Rutscht da jetzt das Bergreich ab? Wir es eine Flut geben bei starken Regenfällen? Alles Fragen und Befürchtungen, die zuletzt an die Ohren von Samtgemeinde-Bürgermeister Harald Dietzmann und auch Bergstadt-Bürgermeister Manfred von Daak drangen und Auslöser waren, die Problematik zu erklären.
„Die Abflüsse sollen die Pingen entlasten“, sagt Dietzmann, „und das Wasser wird in die Regenwasserkanalisation geleitet.“ Er betont, dass es keinen Grund zur Besorgnis gibt, „weder was die Regenkanalisation noch das Trinkwasser betrifft.“ Ähnlich formuliert es Günter Hartkens, der Geschäftsbereichsleiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. „Trinkwasser- und Hochwasserschutz waren uns extrem wichtig“, sagt er. Insofern war die Baumaßnahme intensiv vorbereitet worden. Die schwierigsten Baumaßnahmen in den steilen Bereichen im Waldgebiet, wo „die Landesforsten sogar ein paar Bäume fällen mussten“, so Hartkens, seien bereits soweit erledigt. Zudem sei der teils felsige Boden eine Herausforderung für das ausführende Unternehmen gewesen.
Der zuständige Bauingenieur der Behörde, Klaus Ahlemeyer, kann die Details der Maßnahme erläutern. „Das Wasser, das vom Iberg abfließt, wird ganz normal den Gewässern zugeleitet“, sagt er, denn „das ist unbelastet.“ Den Verantwortlichen geht es lediglich um das Wasser, das von der Bundesstraße kommt, das eventuell mit Öl oder anderen Verunreinigungen belastet sein kann. „Auch das wird bereits an fünf Stellen von der Straße abgeleitet“, sagt Ahlemeyer, allerdings eben möglicherweise in die Pingen, diese meist trichterförmigen durch den Bergbau entstandenen Vertiefungen. Und da besteht eben das minimale Risiko, dass bei einer möglichen Verunreinigung etwas in das Trinkwasser gelangen kann. Die bereits vorhandene Zweiteilung, einmal Richtung Teufelstal, einmal oberhalb vom Hübichweg, wird nun aufgegriffen, im Prinzip statt der Zuleitung in die Pingen nun die Zuleitung in die Regenwasserkanalisation vorgenommen. Während diese „einfache Anschließen an das Regenwasser-Netz der Bergstadt“, wie es Hans-Uwe Kispert von den Harzer Ingenieuren für Umwelttechnik ausdrückt, im Bereich Teufelstal kein Problem darstellt, gibt es leichte Schwierigkeiten im Bereich Hübichweg. „Bei einer extremen Regenphase könnte die rechnerisch vorhandene Kapazität der Kanäle erreicht werden“, sagt Ahlemeyer. Auch wenn solche Wassermassen nur alle paar Jahre einmal auftreten, soll dann nicht das Oberflächenwasser eine Gefahr für die anliegenden Grundstücke bedeuten. Also „werden an den jetzt entstehenden Verbindungspunkten Stahlbetonbauwerke mit integrierten Schiebern installiert“, so Kispert. Die fungieren als Drosselung für den Zufluss, lassen von Anfang an nur etwa ein Fünftel der rechnerisch möglichen Wassermenge durch. „Die Gemeinde hat sich verpflichtet, bis 2020 die Kanalsituation im Bereich Hübichweg anzupassen“, sagt Dietzmann, nur das geschehe eben in Zusammenhang mit einer Straßensanierung.
In die Kanäle sind zudem Sonden eingesetzt, die bei übermäßigem Wasseraufkommen einen Alarm auslösen. Dann könnten die Schieber geschlossen werden, um Schaden von der Stadt und dem städtischen Netz fernzuhalten. Das hätte zur Folge, dass das Wasser dann den Weg gehen würde, den es derzeit nimmt. „Alle Maßnahmen sind mit den Gesundheits- und Wasserbehörden abgestimmt“, sagt Hartkens, der betont: „Wir bauen schon für die Zukunft aus.“
Fertig wird alles im Sommer kommenden Jahres. Doch bereits im Oktober sollen die Erdarbeiten abgeschlossen sein, die Gräben verfüllt werden. Auch die überstehenden Rohrenden werden noch gekürzt. Die folgenden Arbeiten können allerdings erst bei trockenerer Witterung durchgeführt werden, sodass mit dem Stabilisieren der Gräben mit Wasserbausteinen, dem Einbau von Gitterrosten und dem entsprechendem Aufräumen dann für dieses Jahr die Arbeiten unterhalb der B242 ruhen.