„Der Tag, an dem wir Geschichte schreiben“

Gemeindebürgermeister Harald Dietzmann (von links) mit den scheidenden Ratsherren Arndt Beckmann, Herbert Lohrberg, Tim Gruppe und Walter Lagershausen.
 
Der künftige stellvertretenden Ortsbrandmeister Oliver Häger, seinem Vorgänger Mike Lüllemann sowie Gemeindebrandmeister Karsten Krügener.

Gemeinde Bad Grund hat erste Ratssitzung abgehalten / Satzung abgesegnet und Personalien vorgenommen

Seit Freitag gehört die Samtgemeinde Bad Grund der Geschichte an, die Gemeinde Bad Grund (Harz) ist ihr Nachfolger. Gleich am ersten Tag fand sich auch der Rat der Gemeinde zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Auch wenn 28 Tagesordnungspunkte eine Mammut-Sitzung erwarten ließen, waren die vorrangig formalen Dinge doch binnen nicht einmal 90 Minuten recht schnell abgehandelt und „der Tag, an dem wir gemeinsam Geschichte schreiben“, wie es der frisch vereidigte Gemeinde-Bürgermeister Harald Dietzmann formulierte, konnte mit Sekt und Canapees ausklingen.
Zum Ratsvorsitzenden wurde wieder Manfred von Daak (SPD), Peter Schwinger (CDU) zu seinem Stellvertreter gewählt. Gruppen gibt es keine, die SPD mit Vorsitzendem Florian Panknin (Stellvertreter Uwe Sommermeyer und Olaf de Vries) ist mit elf Sitzen stärkste Fraktion. Herbert Bock sitzt der CDU (sieben Sitze, Frank Brakebusch und Harm-Heiko de Vries als Stellvertreter) vor, Egon Schmidt und Bernd Hausmann sind für die Freie Wählergemeinschaft im Rat, Jürgen Rähmer (Grüne) und Tevfik Sahin (Linke) sitzen für ihre Farben alleine.
Keine Unstimmigkeiten gab es beim Beschluss der Hauptsatzung für die Gemeinde Bad Grund, die, so Dietzmann, auch bereits alle Mitgliedsgemeinden sowie der alte Samtgemeindeausschuss abgesegnet hätten. Der Beschluss zur Geschäftsordnung erfuhr dank eines SPD-Antrages noch eine Ergänzung. Die Vorlagen öffentlicher Sitzungen sollen künftig im Vorfeld auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht werden, „im Rahmen der Transparenz und einer besseren Bürgerbeteiligung“, wie Panknin sagte. Hausmann erinnerte daran, dass damit eine von den Freien Wählern schon lange erhoffte Forderung erfüllt werde. Lediglich bei der Entschädigungssatzung stimmten Freie Wähler und CDU-Mann Schwinger, dem die Pauschale für Bürgermeister immer noch zu hoch ist, nicht zu.
Sodann galt es viele personelle Fragen zu klären. Erich Sonnenburg (SPD) und Frank Brakebusch (CDU) wurden zu den repräsentativen Vertretern von Harald Dietzmann als Gemeindebürgermeister gewählt. Den Verwaltungsausschuss besetzen ab jetzt Sonnenburg (Vertreter Peter Kalla), Manfred von Daak (Burkhard Fricke), Panknin (Olaf de Vries) für die SPD, Brakebusch (Martin Dill) und Harm-Heiko de Vries (Schwinger) für die CDU sowie Hausmann (Schmidt) für die FWG.
Vier statt geplanter drei Ausschüsse wurden auf Antrag der SPD-Fraktion gebildet. Dem Betriebsausschuss gehören Vorsitzender Kalla, Helge Güttler, Dieter Borchers und Ulrich Pflugfelder für die SPD an, Schwinger und Dill für die Christdemokraten sowie Schmidt für die FWG.
Auch den Bau-, Umwelt- und Feuerschutzausschuss führen die Genossen mit Olaf de Vries an, dazu kommen Borchers, Fricke und Sonnenburg. Brakebusch und Nils Krehan vertreten die CDU, Schmidt die FWG. Ein Ausschuss für Schule und Kindergärten wurde gebildet, dem CDU-Mann Jens Schimpfhauser vorsitzt. Harm-Heiko de Vries (CDU), Hausmann (FWG) sowie die Sozialdemokraten Uwe Sommermeyer, Petra Pinnecke, Pflugfelder und Güttler komplettieren das Gremium. Jürgen Rähmer von den Grünen wird von seinem Recht als Ratsmitglied Gebrauch machen, diesen Ausschuss als beratendes Mitglied zu verstärken. Schließlich wurden die Themen Jugend, Soziales und Gleichstellungsfragen zu einem eigenen Ausschuss gebündelt. Den Vorsitz übernimmt Fricke, Kalla, Sonnenburg, Güttler, Bock und Dill sowie Hausmann ergänzen das Gremium.
Zudem wurden insgesamt sechs Arbeitskreise gegründet. Neben den geplanten „Kindergärten und Schulen“, „Ältere Generation“, „Feuerwehr“, „Entwicklung und Zukunftsgestaltung“ kamen auf Antrag der SPD noch „Friedhöfe“ und „Tourismus“ dazu. Die Frage von Krehan, warum Tourismus nicht beim Zukunfts-Arbeitskreis integriert werde, erläuterte Panknin. Die Runde „Entwicklung und Zukunftsgestaltung“ habe bereits an der Bildung der Einheitsgemeinde entscheidend mitgewirkt und solle das weiter verfolgen, „Tourismus soll das Thema auf der Gemeindeebene behandeln und nicht auf Bad Grund zugeschnitten.“
Hartmut Nienstedt wurde zum Ortsvorsteher von Willensen gewählt. Der erkrankte Thomas Wenzel wurde in Abwesenheit zum Ortsbrandmeister von Eisdorf ernannt, Oliver Häger löst als stellvertretender Ortsbrandmeister Mike Lüllemann in Eisdorf ab.
„Den Gruppenführerlehrgang muss ich noch absolvieren“, weiß er, dass er erst ab dann offiziell das Amt innehat. Abgelöst und somit verabschiedet wurden auch einige Ratsherren. Allen voran ist da Arndt Beckmann zu nennen, der über die kompletten 40 Jahre der Samtgemeinde Bad Grund dem Samtgemeinderat angehörte.
Vor der ersten bis zur letzten Stunde waren das „40 Jahre und vier Monate“, wie Dietzmann nachgerechnet hatte. Dagegen wirken die 26 Jahre von Herbert Lohrberg, der von November 1986 bis jetzt dem Gremium angehörte, geradezu wenig. Walter Lagershausen und Tim Grupe wurden ebenso verabschiedet, Clarissa Reisen-Bergmann und Jürgen Knackstedt hatten sich entschuldigt.
Die erste Ratssitzung der neuen Gemeinde wurde absolviert, jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. „Jetzt müssen wir alles Mögliche tun, um die Gemeinde auch zukunftsfest zu machen“, sagte Dietzmann, „es liegt weiterhin viel Arbeit vor uns.“