Ein Delfinarium für Bad Grund?

Für den Kurparkbereich in Nachbarschaft zum Bad Grundner Uhrenmuseum zeichnet sich ein Delfinarium als Nutzungsmöglichkeit ab. (Foto: Niemann)

„Kurbereich“: Tiergarten-Betreiber möchte Anlage zu Therapiezwecken in Nachbarschaft zum Uhrenmuseum bauen

Manchmal entwickeln sich die Dinge doch rascher als erwartet.

Vor wenigen Tagen erst, im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung, hatten die Mitglieder des Bad Grundner Gemeinderates mit nur einer Gegenstimme für eine Änderung des Bebauungsplanes „Kurbereich“ gestimmt (der „Beobachter“ berichtete). Wie bereits bekannt, planen die Besitzer des Grundstücks und der Immobilie, in der sich das Uhrenmuseum befindet, eine Umgestaltung.
Vorgesehen ist neben der Umgestaltung des Kurparks ein Anbau an das jetzt als Uhrenmuseum genutzte Gebäude, um dies zukünftig einer anderen Nutzung im medizinisch-therapeutischen Bereich zuführen zu können. Dazu musste der Gemeinderat aber grünes Licht geben und im „Kurbereich“ eine multifunktionale Nutzung zulassen. Und das tat das Gremium wie erwähnt dann auch mehrheitlich.
Kaum war diese Entscheidung getroffen, gab es schon erste Gerüchte bezüglich einer Nutzung dieses „Sahnestücks“ in Bad Grund. Diese scheinen sich nunmehr zu verdichten. Wie der „Beobachter“ nämlich in Erfahrung bringen konnte, hat sich bereits ein Interessent bei den Grundstückseigentümern und der Gemeindeverwaltung gemeldet. Dabei handelt es sich um einen Tiergarten-Betreiber. Bis es zu konkreten Verhandlungen kommt, möchte dieser aber noch ungenannt bleiben. Fest steht, dass man in Bad Grund Großes vorhat. Auf dem betreffenden Gelände soll nämlich unter einer großen gläsernen Kuppel ein sogenanntes Delfinarium entstehen. Dabei sollen die Tiere allerdings nicht etwa Show-Zwecken dienen, sondern einzig und allein im Rahmen von Therapieangeboten eingesetzt werden.
Nichtsdestotrotz könnte diese Einrichtung für die Bergstadt und die Gemeinde Bad Grund im Besonderen sowie für die Region im Allgemeinen eine große Strahlkraft ausüben. Wie ein Sprecher des interessierten Betreibers mitteilte, soll es unter anderem einen Besucherbereich mit entsprechenden (Gastronomie-)Angeboten geben. Das bestehende Gebäude könne in die Planungen sehr wohl mit einbezogen werden. Die Wahl auf Bad Grund sei vor allem wegen der Lage zum touristisch bedeutenden Harzgebiet und der verkehrstechnisch günstigen Anbindung gefallen. Außerdem erhoffe man sich hier eine wesentlich günstigere Umsetzung des Bauprojekts als beispielsweise in Ballungsgebieten. Über die Parkplatzproblematik müsse man sich zu gegebener Zeit Gedanken machen.
Sollten die Planungen in Richtung Delfinarium konkret werden, dann sind die Gemeinderatsmitglieder schon jetzt um ihre Entscheidung wirklich nicht zu beneiden. Denn neben aller Attraktivität muss in diesem Fall auch mit harschen Protesten von Tierschützern gerechnet werden. Schließlich ist die Haltung von Delfinen alles andere als unumstritten, auch wenn sie Therapiezwecken dient. Dann hätte die Bergstadt noch zusätzlich das, was sie nun wahrlich nicht mehr gebrauchen kann, nämlich Negativ-Schlagzeilen.
Der „Beobachter“ wird die Entwicklung weiter verfolgen und darüber berichten.