Ein neuer Besuchermagnet in der Harzregion

Minister Gert Lindemann (links) und Klaus Merker, Präsident der Landesforsten, bei der Freigabe, das andere die neuen Tafeln am Eingang zum WeltWald, die auch den Erlebnispfad beschreiben. (Foto: Kluge)

Umweltminister Gert Lindemann und Landesforst-Präsident Klaus Merker eröffnen Erlebnispfad

Von Camillo Kluge,
Bad Grund

Die dichten „Wälder Nordamerikas – Heimat der Indianer“ spendeten reichlich Schatten, als unter diesem Namen der neue Erlebnispfad von Niedersachsens Forstminister Gert Lindemann und Klaus Merker, dem Präsidenten der Landesforsten, im WeltWald Bad Grund offiziell eröffnet wurde. Fast 100 Gäste aus Politik und Tourismus wollten gleich mit die ersten sein, die auf den Spuren von Winnetou oder Chingachgook unter den Hemlocktannen und Mammutbäumen pirschten.
Denn auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern führt der neue Erlebnispfad von der südwestlichen Pazifikküste Nordamerikas bis in den Norden der Rocky Mountains. Zunächst beeindruckt der Riesen-Mammutbaumwald mit den größten Bäumen der Welt, aber auch der etwas kleinere Küsten-Mammutbaum, die üppigen Nadelbaumwälder mit eben jenen dichten Hemlocktannen, Douglasien, Lebensbaum, Küstentanne oder Sitka-Fichte versetzen in eine andere Welt. Zumal der Weg nicht wie sonst im WeltWald üblich befestigt und breit ist, hier muss der Besucher schon einmal mit Unebenheiten rechnen, Kinderwagen sind hier nicht zu schieben. Doch gehört das zu einem ordentlichen Erlebnispfad dazu.
Zwischendrin sind immer wieder Stationen angelegt. Da kann mit den Tieren der nordamerikanischen Wildnis um die Wette gesprungen werden. Die Weite des Hörnchens ist vielleicht noch zu knacken, beim Wolf dürfte es schon sehr schwer und den Silberlöwen kann ohnedies niemand toppen, was die Weitsprungqualitäten betrifft. An anderer Stelle ist ein Indianergrab nachgebildet, die markanten Totempfähle stehen ja schon länger, waren quasi die Impulsgeber für den neuen Erlebnispfad. Auch der Entdeckerturm ist nicht nur für das geübte Auge der Kinder einen Besuch wert. Denn gut versteckt haben sich Grizzlybär und Weißkopfseeadler, können aber dennoch entdeckt werden.
Gespickt ist der Erlebnispfad auch mit Informationstafeln, denn die Landesforsten gehören zu den größten Schulungsbetrieben in Niedersachsen, wie Präsident Merker zu berichten wusste. Da ist es selbstverständlich, dass nicht nur ein Mammutbaum mit seinen Jahresringen zu sehen ist, sondern dass diese Ringzahlen auch mit geschichtlichen Eckdaten versehen sind. Oder an anderer Stelle erfährt der sich über die mal bergauf und mal bergab schlängelnden Pfade pirschende Besucher einiges über das wahre Leben der Ureinwohner Nordamerikas, abseits des „Indianerbildes aus den Büchern Karl Mays“, wie Gert Lindemann sagte.
Den Pfad errichtete das Niedersächsische Forstamt Riefensbeek nach eigener Konzeption in zweijähriger Bauphase. „Gefördert wurde das Projekt mit Landes- und EU-Mitteln“, verriet Merker bei der Eröffnung. Lindemann würdigte den WeltWald als „neuen Besuchermagneten in der Urlaubsregion Harz“. „Die lehr- und erlebnisreichen Stationen des Indianer-Erlebnispfads“ lehren Lindemann, dass „Wald auch für uns heutige Europäer einzigartig und unersetzlich ist.“ Auch wenn ihn die ministeriale Terminhatz nach einer guten Stunde schon wieder aus Bad Grund jagte, Lindemann versprach, sich einmal ganz privat auf die Spuren der Indianer zu begeben. Auch wenn die Hängebrücke wohl erst nach Pfingsten angebracht wird, sind WeltWald und Indianer-Pfad ein perfektes Ausflugsziel – nicht nur am Pfingstwochenende. Vielleicht kommt ja dabei ein wenig von dem an, was Lindemann mit dem Zitat des 1992 verstorbenen Häuptlings Sun Bear ausdrückte: „Geh aufrecht wie die Bäume, lebe dein Leben so stark wie die Berge, sei sanft wie der Frühlingswind, bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der große Geist wird immer mit dir sein.“