Ein von Kunst getragenes Erlebnis

Der Bergschulchor feierte Premiere in der Kompressorenhalle.

Aufgabe des Fördervereins ist es, die Relikte des frühen Erzbergbaus zu erhalten und der Nachwelt zu vermitteln

Bereits zum 13. Mal hatten der Förderverein Bergbau- und Heimatmuseum Bad Grund sowie der Männergesangverein Badenhausen zum von Tradition und Geschichte getragenen Kultur­abend in die Kompressorenhalle des Bergbaumuseum „Schachtanlage Knesebeck“ eingeladen. Und eine überaus erfreuliche Zahl an interessierten Bürgern hatte sich von den zumeist weißen Wetterkapriolen nicht davon abhalten lassen, eben dieser Einladung Folge zu leisten.
Zum einen wollte geschaut werden, ob Andreas Ravens auch diesmal wieder als barfüßiger Bergführer und Dr. Klaus Buschau als Frack und Zylinder tragender Geschichtenschreiber August Ey zugegen sein würden. Außerdem hatten sie vernommen, dass neben dem MGV Badenhausen auch der Bergschulchor des Traditionsvereins Berg und Hüttenschule seine Stimmen erheben wollte.
Bevor es aber soweit war, hieß erst einmal der 1. Vorsitzende des Fördervereins, Richard Laux, alle aufs herzlichste willkommen und betonte, dass es die Aufgabe des Fördervereins sei, die Relikte des frühen Erzbergbaus zu erhalten und der Nachwelt zu vermitteln. „Deshalb ist es wichtig, dass der Förderverein und der Knappenverein eng zusammen arbeiten“.
Dann gehörte die beiden Herren aus Clausthal-Zellerfeld, dem MGV unter Leitung von Swetlana Gauks, dem Bergschulchor unter Leitung von Georg Braun sowie Marlies Koch und Regina Kleinert die gesamte Aufmerksamkeit.
Der Bergmönch ging übrigens auch auf das Thema Bergbau und seine Geschichte ein. Er versicherte mit ernster Mine, dass er in Erwägung zöge, sich auf die Suche nach neuen Erzgängen rund um Bad Grund zu machen. Immer wieder stellte Andreas Ravens einfühlsam und scharfsinnig unter Beweis, dass er mit Worten umzugehen weiß. Dr. Klaus Buschau machte dahingehend als August Ey deutlich, dass auch mit wenig Worten sehr viel gesagt werden kann.
Der Männergesangverein wiederum faszinierte durch seine Liedbeiträge, die nicht bloß aus voller Kehle, sondern auch von ganzem Herzen kamen. Ganz besondere Schmankerl waren aber das Kosakenlied und der Bajazzo. Als Swetlana Gauks dann die Gäste darum bat, zwei der zuletzt angestimmten Weihnachtslieder mit zu singen, erfüllte sich die Halle, ebenso wie bei den gemeinsam angestimmten Bergmannsliedern, überzeugend in einen von harmonischer Chormusik getragenen Raum.
Zwischen den insgesamt drei Auftritten des MGV machte zweimal der Bergschulchor auf sich aufmerksam. Denn die Männer erhoben ihre Stimmen mit einem derart glasklaren Klang. Nicht mit Gesang, sondern mit viel Witz meldeten sich die beiden Damen in einer anderen Gesangspause zu Wort. Regina Kleinert plauderte über den alles andere, als friedvollen Weihnachtsbaumständer und Marlies Koch plauderte im Harzer Dialekt ein wenig aus dem Beziehungsnähkästchen Die jeweiligen Pausen zwischen den Auftritten wurden von den Gästen zum Gedankenaustausch genutzt. Gleich, wer seinen Vortrag beendete, er oder sie wurden alle mit dem Brot des Künstlers, mit oft nicht enden wollen Applaus, bedacht.
Der Abend klang dann traditionsgemäß mit dem Steigerlied aus, wofür sich alle von den Plätzen erhoben, um es zusammen mit dem MGV erklingen zu lassen.
Übrigens brauchte niemand während des von Kultur getragenen Abends hungern oder dursten. Denn der Förderverein hatte für einen leckeren Imbiss sowie für kühle und warme Getränke gesorgt. Ein paar Stunden, welche die Tür zur Vorweihnachtszeit öffneten.