Eintauchen in indische Klänge

Zu den Klängen der „Indian Ragas“ von Ashis Paul (links) und Yogendra (rechts) schlossen viele Besucher im Café Antique ihre Augen, um die Musik noch besser genießen zu können. (Foto: Niemann)

Mit „Indian Ragas“ erwartete die Besucher ein außergewöhnliches Konzert im Café Antique

Mit ihrem Konzert „Indian Ragas“ haben die beiden Musiker Yogendra (Sitar) und Ashis Paul (Tabla) die Besucher im Café Antique sehr berührt.

Bereits zum dritten Mal gastierte das Duo in Bad Grund, unter dem Mantel der Arbeitsgruppe Osterode von Terres des Hommes.
Es war eine Reise in die Welt der indischen Musik in ungezwungener Atmosphäre. Ganz viele der Zuschauer, die die Musik noch intensiver aufnehmen wollten, schlossen dabei sogar während des gesamten Konzerts die Augen. Mit beruhigenden, aber dann auch immer schneller werdenden Rhythmen schienen die Töne um sich selbst zu kreisen und dadurch positive Schleifen zu ziehen, was oft zu wohligen Gänsehautmomenten führte. Dazu trug auch das harmonische Zusammenspiel der beiden Musiker bei, die sich intensiv auf die Musik einließen, regelmäßig Blickkontakt hielten und oft gemeinsam an verschiedenen Stellen lächelten. Der Funke dieser fast hypnotisch wirkenden Musik sprang sofort auf das Publikum über, sodass man kaum bemerkte, wie schnell eine halbe Stunde verging, denn so lange dauerte eines der wunderbaren Stücke des Abends.
Zwischendurch erklärte Yogendra in sehr angenehmer und sympathischer Weise dem Publikum Wissenswertes zu den beiden Musikinstrumenten, Sitar (Langhalslaute) und Tabla (zwei Kesseltrommeln), und zu der Besonderheit der klassischen indischen Musiktradition. Die sogenannten Ragas, von denen es mehrere Hunderte gebe, seien eine Art Regelwerk, das vorgibt, welche Töne wie verwendet werden sollen und bilden das Herz der Musik. „Die Ragas sind ein Regelwerk, die Ausgestaltung ist Improvisation“, so Yogendra. Auch der Inder Ashis Paul berichtete etwas zu seinen Trommeln, was Yogendra ins Deutsche übersetzte. Humorvoll erzählte Paul, dass Tabla-Spieler sehr beliebt seien und kaum Feinde hätten, da sie immer einen schweren Hammer zum Stimmen der Tabla dabei hätten.
Die Besucherin Monika Wedemeyer aus Förste hatte während der Stücke die Augen geschlossen und zeigte sich beeindruckt von der Musik, auch wenn es für sie zunächst etwas fremd vorgekommen sei. „Die Musik hat mir sehr gut getan“, sagte sie, „sie ist für Körper, Geist und Seele und ich konnte so richtig dabei entspannen“.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stünde sie hier, sagte die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Osterode Terres des Hommes, Ulrike Wiedl-Hübsch. „Alles hat seine Zeit und nach 33 Jahren wird sich die Arbeitsgruppe zum Ende des Jahres auflösen“. Der Grund dafür sei mangelnder Nachwuchs. In all den Jahren habe man etliche Musik- und Bildervorträge sowie Ausstellungen veranstaltet, so Wiedl-Hübsch, und zahlreiche Spenden erzielen können.