Feine Barockmusik in Bergwerkshalle

Barockmusik mit Mezzosopran: Die Lautten Compagney Berlin und die aus Norwegen stammende Sängerin Tora Augestad sorgten für ein einmaliges Konzerterlebnis in der Maschinenhalle des ehemaligen Erzbergwerks „Hilfe Gottes“ in Bad Grund. (Foto: Niemann)

Die Lautten Compagney Berlin und Tora Augestadt gastierten in Bad Grund

Außergewöhnliche Musik an einem außergewöhnlichen Ort. An einem ganz besonderen Erlebnis im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage der Niedersächsischen Sparkassenstiftung konnten die Gäste eines Konzerts teilhaben, das in der Maschinenhalle des ehemaligen Bergwerks „Hilfe Gottes“ in Bad Grund stattfand.
Dabei war der Titel des Konzerts „Aus der Tiefe“ mit der Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolfgang Katschner und der aus Norwegen stammenden Mezzosopranistin Tora Augestad gewissermaßen auch Programm. Tiefgang und Melancholie der barocken Stücke des Ensembles beeindruckten das Publikum, grandios bereichert durch die Sängerin, die es auch vermochte, den immer wiederkehrenden Gegensatz von Lachen und Weinen, die während des gesamten Konzerts dicht beieinander lagen, gefühlvoll darzustellen.
Die Stücke wurden fast überwiegend ohne Pause hintereinanderweg gespielt, sodass für den Zuhörer, auch ein Geschichten erzählender Spannungsbogen aufgebaut wurde. Ein Höhepunkt war mit Sicherheit die Darbietung von Franz Schuberts „Gretchen am Spinnrade“ aus dem Jahr 1814, das auf einer Szene aus der Tragödie Faust I von Johann Wolfgang von Goethe basiert. Bei den bekannten Zeilen „Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer“, die Augestad betont akzentuiert artikulierte, gab es wohl kaum jemanden unter dem Publikum, der davon nicht ergriffen war. Auch die Werke von John Dowland, William Byrd oder Claudio Monteverdi entführten die Zuschauer in die Welt von Traum und Sehnsüchten.
Im Vorfeld des Konzerts informierte Prof. Friedrich-Wilhelm Wellmer, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover, über die Entwicklung der Geschichte des Bergbaus im Harz, die eng verknüpft war mit dem Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz aus Hannover. Auch wenn viele seiner Ideen Visionen geblieben seien, so Wellmer, wurden einige umgesetzt, wenn auch erst Jahre später, wie auch seine Idee, zur Verbesserung der Fördertechnik eine Unterkette und eine konische Trommel einzusetzen. Jahre später wurde diese Neuerung zum Technikstandard im Bergbau, wie auch in Bad Grund, wo diese sogenannte Leibniz-Trommel im Aschenbachschacht benutzt wurde.
„Als ich mir zum ersten Mal die Maschinenhalle angesehen habe, hatte ich mir nicht so recht vorstellen können, dass hier ein Konzert stattfinden könnte“, so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Osterode, Thomas Toebe, der Dr. Oswald Sander (Geschäftsführer Sander-Gruppe) und seinem Team dafür dankte, die Maschinenhalle in einen Konzertsaal mit besonderem Ambiente verwandelt zu haben.