Fortbestand der Grundschule als Privatschule?

Die Grundschule im Teufelstal in Bad Grund soll zum Schuljahr 2016/2017 geschlossen werden. Foto: Niemann

Martina Schleicher berichtet auf dem Informationsabend zu den Klagen gegen die Schulschließung über diese Möglichkeit

Auf dem Informationsabend vor gut einer Woche im Atrium, bei dem die beiden Anwälte Izabel Dylac und André Bogdan über den aktuellen Stand der Klagen gegen den Ratsbeschluss zur Schließung der Grundschule im Teufelstal informierten, berichtete die Bad Grundnerin Martina Schleicher über die Möglichkeit der Gründung einer Privat-Schule in freier Trägerschaft.

Solche Träger würden oft aus Eltern- oder Fördervereinen hervorgehen, so Schleicher. Wichtig für die Genehmigung einer solchen Schule sei, dass das pädagogische Konzept in dieser Art in der Gemeinde noch nicht bestünde. Die Grundschule Bad Grund habe bereits jetzt ein anderes Konzept als die anderen beiden Grundschulen in Gittelde und Eisdorf, betonte Schleicher, da die 1. und 2. Klassen jahrgangsübergreifend unterrichtet würden. Der Antrag auf Genehmigung einer Ersatzschule müsse zudem mindestens ein halbes Jahr vor der geplanten Inbetriebnahme bei der Niedersächsischen Schulbehörde eingereicht werden. Nach Ablauf von drei Jahren gewähre das Land Niedersachsen den Trägern der anerkannten Ersatzschule auf Antrag finanzielle Hilfe als Zuschuss zu den laufenden Betriebskosten in Höhe bis zu 80 Prozent. Die Differenz müsse von der Einrichtung selbst aufgebracht werden, wie etwa durch Schulgeld.
Als gelungenes Beispiel nannte Martina Schleicher die Schule in Heckenbeck/Bad Gandersheim. Dort wurde der private Schulbetrieb anfangs mit 14 Kindern im Jahr 2001 als Grundschule aufgenommen. Mittlerweile ist es eine Grund- und Oberschule, in der mehr als 90 Kinder und Jugendliche von Jahrgangsstufe eins bis zehn lernen. Falls die Klagen scheitern sollten, wäre die Privatschule eine Form, über die nachgedacht werden könnte, so Schleicher, auch wenn anfangs organisatorisch und finanziell einiges gestemmt werden müsse. Die Eltern müssten viel Zeit in die Gründung investieren und auch die Kosten wären höher als bei einer staatlichen Schule. Dennoch hätte man damit die Möglichkeit, den Kindern eine Schule mit einem sehr guten Konzept zu bieten, betonte Martina Schleicher.