Frau Holle und König Hübich warten auf Besuch

Familie Hoffmann mit den selbst gebastelten Figuren am neu verzierten Hexenhaus.

Familie Hoffmann pachtet das Märchental / Wiedereröffnung Mitte Mai nach liebevoller Neugestaltung

Vor 43 Jahren hatte Hans-Dieter Brandt die Idee, ein kleines Tal zu schaffen. Ein Tal, in dem sich vor allem Kinder aber auch Erwachsene, auf eine märchenhafte Reise begeben können. So fing er an zu bauen, zu schnitzen und zu malen. Ein Bergwerk, eine Wassermühle, das Zuhause von Frau Holle, Dornröschen, Hänsel und Gretel, Schneewittchen und König Hübich.

Dank Brandt gibt es das urige Märchental, das sich über eine Fläche von rund 2.000 Quadratmetern unterhalb des HöhlenErlebnisZentrums erstreckt. Seit gut zwei Jahren werden dort jedoch keine Märchen mehr erzählt. Denn die Vorbesitzer konnten das Märchental krankheitsbedingt nicht mehr weiterführen. Doch jetzt tut sich was im Tal. Das Eisdorfer Paar Kerstin und Christian Hoffmann hat die Märchenlandschaft seit 1. November gepachtet und sich zur Aufgabe gemacht, das Tal in neuem Glanze wieder zu eröffnen. „Meine Frau und ich sind hier einmal spazieren gegangen und fanden es sehr schade, dass die liebevoll gebauten Häuschen und Figuren jetzt verfallen”, so Christian Hoffmann, „also haben wir den Entschluss gefasst, das Grundstück zu pachten.” Seitdem schnitzen, malen und restaurieren nicht nur Kerstin und Christian – auch die drei Töchter Jana, Julia, Finja, Freunde der Familie und sogar das gerade mal zwei Jahre alte Enkelkind Lea, packen kräftig mit an. „Ich habe die Figuren und Lebkuchen für das Hexenhaus bemalt, mein Mann war für das Ausschneiden zuständig”, erklärt Kerstin.
Mitte Mai soll das Tal dann wiedereröffnet werden. Bis zum Saisonende an Halloween können sich Kinder und Erwachsene die gerne einmal wieder Kind sein wollen, immer dienstags bis sonntags, jeweils von 10 bis 17 Uhr, auf den Märchenpfad begeben. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 2,50 Euro, für Kinder von drei bis zwölf Jahre 2 Euro.
Neu wird das Zwergenatelier sein. Dort können beispielsweise die Märchenfiguren nachgemalt oder Schwerter und Kronen gebastelt werden. Auch zwei Erzählbänke sind neu. Aus Märchenbüchern, die an den Bänken hängen, können Eltern und Großeltern ihren (Enkel)-Kindern dort Geschichten vorlesen und entspannen. Außerden befinden sich an jedem Häuschen kleine Tafeln, auf welchen die jeweilige Geschichte der märchenhaften Hausbewohner geschrieben steht. Beim „Mini-Bergwerk” und der Wassermühle können die Besucher etwas über den Bergbau und die Funktionsweise einer Mühle lernen. An den anderen Häuschen kommen die Figuren per Knopfdruck aus ihrem Zuhause.
„Bis zur Eröffnung gibt es noch jede Menge zu tun”, betont Kerstin Hoffmann, „wir wollen noch Sternentaler in die Bäume hängen, die Hexe braucht unbedingt neue Augen und auch die ein oder andere Märchenfigur benötigt noch einen neuen Anstrich.” In gut drei Wochen kann dann wieder durch das Tal der Märchen in Bad Grund gewandert werden.