„Geologischer Lehrpfad“ wird verschönert

Der „Geologische Lehrpfad“ mit Informationstafeln an den Gesteinsbrocken. (Foto: Schwinger)

Stadtsäckel musste nicht belastet werden / Alle Arbeiten wurden ehrenamtlich und kostenfrei geleistet

Der „Geologische Lehrpfad“ durch das Teufelstal war in die Jahre gekommen. Die Holzbeschilderung an den 15 großen Gesteinsbrocken, die vor 25 bis 385 Millionen Jahren entstanden, war nicht mehr vorhanden. Bereits im Jahre 2008 hatten drei Fachleute (Dr. Hans Joachim Franzke, Dr. Rainer Müller vom Institut für Geologie der TU CLZ und Dipl.Ing. Wilhelm Rögener) ehrenamtlich und honorarfrei die Gesteine neu bestimmt und vorgeschlagen, Tafeln aus Metall anzubringen und zusätzlich eine Informationstafel aufzustellen. Die erforderlichen Finanzmittel wurden vom Landkreis als „freiwillige Leistungen“ eingestuft und nicht bewilligt.
Im Jahre 2011 sollten diese Gesteinsbrocken aus 385 Millionen Jahren Erdgeschichte dann als „Steine des Harzes“ auf Sockel gestellt und künstlerisch grafisch beschriftet werden, so die Vorstellung des Osteroder Landrates. Als Zuwendung sollte das Land Niedersachsen 33.250 Euro beisteuern, der Landkreis 37.750 Euro und die Bergstadt sollte als Eigenanteil 8.000 Euro aufbringen, die vorab im Haushalt eingeplant wurden.
Im Rat der Bergstadt Bad Grund fand sich anschließend für die „künstlerische Aufwertung“ des Geologischen Lehrpfades für rund 80.000 Euro keine Mehrheit, daher wurden die 8.000 Euro aus dem Haushalt wieder gestrichen. Die SPD-Mehrheit wollte diese Maßnahme nicht durchboxen, die CDU sah eine Verschwendung von Steuergeldern und anwesende Bürger, die sich für die notwendige Sanierung eingesetzt hatten, kritisierten die teuren Pläne. Daher wurde die Bildung eines Arbeitskreises vorgeschlagen, der Möglichkeiten zur Sanierung finden sollte.
Als sich nicht genügend Freiwillige fanden, überwies Ratsherr Peter Schwinger als Impuls dem Kur- und Touristikverein zur Materialbeschaffung eine Spende. Fünfzehn Edelstahltafeln 200x150x5Millimeter wurden gekauft. Ratsherr Carsten Behrends ließ in seiner Firma „Ideen aus Stahl“ diese Tafeln aus Edelstahl fachgerecht bearbeiten. Die Beschriftung der Hinweistafeln erfolgte in der Firma „Print Point“ von Dr. Sander, aufgrund der vorliegenden Bestimmung der Gesteinsbrocken. Das Umlagern eines „versunkenen“ Gesteinsbrockens erfolgte per Kranwagen durch die Firma Reinhard Pohl. Alle Arbeiten wurden ehrenamtlich und kostenfrei geleistet.
Im Vorfeld hatte sich Uwe Sommermeyer als Vorsitzender des KTV bereits mit dem Vorsitzenden des Vereins „Arbeit und Lernen“ in Verbindung gesetzt, um die Vorarbeiten an den Sockeln der Gesteinsbrocken durchführen zu lassen. Ohne Erhebung von Lohnkosten wurde das geleistet, lediglich für den Einsatz der Fahrzeuge und Geräte wurde eine Rechnung erstellt. Auch das Anbringen der Informationstafeln erfolgte ehrenamtlich. Insgesamt wurden für die Sanierung des Geologischen Lehrpfades rund 800 Euro ausgegeben. Ohne Steuergelder in Anspruch nehmen zu müssen.
Zur Herstellung einer großen Informationstafel hat sich Karl-Hermann Rotte bereit erklärt, dieses ehrenamtlich zu übernehmen. Das Material wird der Kur- und Verkehrsverein beschaffen, wirbt dafür um Spenden, da Stadtdirektor Harald Dietzmann keine Möglichkeit sieht, dazu Haushaltsmittel aus dem städtischen Haushalt bereit zu stellen.