„Geologischer Zeitstrahl“ zunächst vom Tisch

Schwinger: „Eine notwendige Sanierung des Pfades ist auch günstiger und dem Teufelstal angemessener zu haben.“

Vom Tisch ist zunächst einmal das Thema „Geologischer Zeitstrahl“ im Teufelstal Bad Grund. Dem Rat der Bergstadt gelang es nicht, den vorliegenden Vorschlag, der einen Gesamtaufwand von 79.000 Euro für das Projekt fand, auf breite Basis zu stellen. Mit fünf Gegenstimmen und sieben Enthaltungen platzte das Projekt.

Von Camillo Kluge

Bad Grund. Dabei hatte die SPD noch einmal deutlich für die Vorlage gestritten. „Die Idee besteht darin, den Lehrpfad nicht nur wieder in Ordnung zu bringen, sondern auch künstlerisch aufzuwerten“, erläuterte Uwe Sommermeyer (SPD). Die Unterstützung durch Landkreis, Lotto-Stiftung und Geologisches Landesamt mit Fördermitteln deutete Sommermeyer als Zeichen, dass die Vorlage den richtigen Weg für den Lehrpfad einschlage. „Wir sind der Meinung, dass eine spektakuläre Aufwertung erfolgen muss, um den Pfad touristisch attraktiv zu gestalten und Besucher vom Höhlenerlebniszentrum hinab in den Ort zu locken“, sagte Sommermeyer, betonte aber auch: „Wir wollen die Vorlage nicht mit der SPD-Mehrheit durchboxen, sondern das Vorhaben soll auf breiter Basis im Rat bauen.“
Zumindest Letzteres begrüßte Peter Schwinger (CDU). Auch einer ordentlichen Darstellung der die Erdzeitgeschichte reflektierenden Gesteinsbrocken widersprach er nicht, „aber muss das künstlerisch sein?“ Seiner Ansicht sei ein solches Vorhaben „Verschwendung von Steuergeldern. Eine notwendige Sanierung des Pfades ist auch günstiger und dem Teufelstal angemessener zu haben.“ Rolf Biersack (Freie Wähler) wunderte sich, dass der ganze Prozess ohne Ausschreibung abgelaufen sei, keine Alternativangebote berücksichtigt wurden. Zudem wies er darauf hin, dass in der Vorlage von zwölf Steinen die Rede sei, letztlich aber 15 im Teufelstal vorhanden seien, die zum Lehrpfad gehören. Spöttisch kommentierte er, mit dem Pfad Besucher vom Höhlenerlebniszentrum durch das Teufelstal locken zu wollen. „Das geht nur unter Lebensgefahr. Da ist erst die Landstraße zu queren und dann der steile und unebene Weg zu gehen“, so Biersack. Auch sein Parteigenosse Jürgen Knackstädt zeigte sich skeptisch: „Kommt das Geld jemals wieder rein?“
Michael Besoke mahnte, wenn diesem Plan nicht zugestimmt werde, sei das Projekt gestorben. Alles müsse neu beantragt werden, und es würden wieder viele Monate ins Land gehen. Doch Reinhard Pohl (CDU) betonte: „Wir sind nicht dagegen, aber in anderen Dimensionen. Im Zweifel müssen wir eine gemeinsame Lösung finden.“ Als das verbale Geplänkel heftiger wurde und in Frechheiten und Beleidigungen abzudriften drohte, bat Bürgermeister Manfred van Daak zur Abstimmung. Vielleicht bietet dieses Aus ja die Chance auf einen neuen Anfang, dann auf breiter Rats-Basis.
Stadtdirektor Harald Dietzmann wies darauf hin, dass der Hübichenstein ein Naturdenkmal sei. „Klettertouren sind da untersagt“, stellte er unmissverständlich klar. Presseberichte mit im Bild eingezeichneten Kletterrouten hatten ihn zu dieser unmissverständlichen Klarstellung genötigt. Bezüglich der Nachfrage Biersacks, wie weit der Vorstoß sei, dass Kuren im Ort nicht mehr nur von den Betriebskrankenkassen anerkannt werden, konnte Dietzmann nur darauf verweisen, dass „der Betreiber der Kurkliniken sich diesbezüglich bemüht“. Schließlich segnete der Rat noch den Wunsch der FWG ab, Knackstädt in den „Baustellenkreis“ aufzunehmen, der regelmäßig bauliche Maßnahmen im Ort begleitet.