Grundschulen kommen auf den Prüfstand

Sinkende Schülerzahlen in der Gemeinde Bad Grund zwingen die Kommunalpolitiker ein alternatives Schulstandortkonzept zu erarbeiten.

Antrag der SPD, die Einrichtung einer Grundschule in Badenhausen zu evaluieren, passiert Rat bei drei Gegenstimmen

Das Thema Schulentwicklung steht aktuell bei den politischen Fraktionen und Gremien in der Gemeinde Bad Grund ganz oben auf der Tagesordnung. So auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend.

Florian Panknin, Chef der SPD-Fraktion im Rat, gab Auskunft über den aktuellen Stand der Schulentwicklungsplanung und trug in diesem Zusammenhang einen entsprechenden Antrag seiner Fraktion vor, der bei drei Gegenstimmen den Rat passierte.Die sinkenden Schülerzahlen zwingen auch die Entscheidungsträger in der Gemeinde Bad Grund zum Handeln. Angesichts rückläufiger Zahlen werden für die Zukunft höchstwahrscheinlich nicht alle drei Schulstandorte aufrechterhalten werden können. Aus diesem Grund wird an möglichen Alternativkonzepten gearbeitet.
In besagtem Antrag fordert die SPD deshalb, die ehemalige Orientierungsstufe am Standort Badenhausen dahingehend zu überprüfen, ob sich diese Räumlichkeiten für die Einrichtung einer Grundschule mit einer so genannten Haupt- und Außenstelle eignen.
Hintergrund dieser Überprüfung ist laut Panknin das „Erstellen eines Konzeptes, das über viele Jahre hinaus Bestand hat.“ „Für die Zukunft wollen wir ein stabiles Schulnetz in der Gemeinde etablieren, und damit ausschließen, dass weiterhin die Angst umgeht, dass Schulstandorte geschlossen werden müssen“, erklärt der Sozialdemokrat.
Das dieses Konzept, das nun von der SPD angestoßen wurde, auch Standortschließungen bedingen könnte, betrachtet Panknin nicht als Widerspruch. Grundsätzlich gehe es nämlich darum eine ortsnahe Schulversorgung sicherzustellen.
Im gegenwärtigen Prozess steht noch keine der drei Grundschulen (Eisdorf, Gittelde und Bad Grund) zur Disposition. Der Antrag der SPD zielt nur darauf ab, zunächst zu untersuchen, welche Alternativen vorhanden sind. Denkverbote wollen sich die Sozialdemokraten dabei nicht auferlegen.
Weiter soll die Möglichkeit überprüft werden, inwieweit es im Zuge der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) zwischen der Gemeinde Bad Grund und der Stadt Osterode zum Aufbau eines gemeinsamen Grundschulstandortes in Förste kommen könnte. Eine solche Schule wäre beispielsweise für schulpflichtige Kinder aus Eisdorf und Willensen interessant.
„Bisher haben wir noch keine Entscheidungen getroffen, da uns dafür die notwendige Datengrundlage fehlt“, erklärt Panknin gegenüber dem „Beobachter“. „Mit diesem Antrag haben wir die Verwaltung lediglich beauftragt, die notwendigen Untersuchungen durchzuführen, damit wir an dessen Ende eine fundierte Entscheidung treffen können“, so der Sozialdemokrat weiter.
Neben der Überprüfung der Räumlichkeiten in der ehemaligen Orientierungsstufe sollen auch die Schülerströme untersucht werden. „Wenn wir feststellen, dass beispielsweise in Bad Grund noch ausreichend Schüler für die kommenden Jahre zusammenkommen, könnte der Bergstadt-Standort als eine so genannte auslaufende Außenstelle erhalten bleiben“, erklärt Panknin. In einem solchen Szenario würden die Grundschulen in Eisdorf und Gittelde geschlossen werden. Natürlich kann die Untersuchung auch zugunsten der Standorte Eisdorf oder Gittelde ausfallen.
Neben den bisher beschriebenen Punkten spielt bei der Untersuchung auch das Thema „Inklusion“ eine wichtige Rolle. So muss in enger Abstimmung mit der Landesschulbehörde geklärt werden, ob bei der Einrichtung einer Grundschule mit Haupt- und Außenstelle beide Immobilien ab dem Jahr 2018 nach „Maßgabe der dann geltenden Bestimmungen für inklusiven Unterricht geeignet sein müssen“, wie es in dem Antrag der SPD formuliert wird. Das heißt, dass insbesondere geklärt werden muss, ob beide Standorte barrierefrei sein müssen.
Ferner gilt es zu betrachten, ob bei der Aufgabe eines der bisherigen Grundschulstandorte eine etwaige Rückzahlung bewilligter beziehungsweise bereits ausgezahlter Fördermittel droht.
Der weitere Fahrplan sieht nun vor, dass sobald erste Ergebnisse vorliegen, sich der Arbeitskreis „Kindergarten und Schule“ sowie der Schulausschuss mit eben diesen befasst. Panknin rechnet damit, so formulierte er es gegenüber dieser Zeitung, dass schon im Mai erste Daten vorliegen.