Harzer Busfahrer bestreitet den Missbrauch

Der 53-jährige Busfahrer aus dem Harz, der sich seit vergangener Woche wegen sexuellen Missbrauchs eines elfjährigen geistig behinderten Mädchens vor dem Braunschweiger Landgericht zu verantworten hat (der „Beobachter“ berichtete Anfang August von der Anklage), bestreitet die Miss­brauchsvorwürfe. Von seinem Verteidiger ließ er am zweiten Verhandlungstag eine entsprechende Erklärung verlesen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem vierfachen Familienvater vor, dass er während seiner Tätigkeit als Busfahrer für Förderschulkinder zwischen November 2011 und Februar 2012 von seiner üblichen Route abgewichen sei, um mit dem Kind allein im Bus zu sein. In einem Waldstück nahe der Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld soll er sich dann an dem Mädchen vergangen haben.
Am ersten Prozesstag in der vergangenen Woche hatte der Richter noch einen Brief des Angeklagten an die Staatsanwältin verlesen, in dem sich der Busfahrer „Opfer seiner eigenen Dummheit“ beschreibt. In dem Brief schreibt der 53-Jährige, dass er sich zu dem Mädchen väterlich-freundschaftlich hingezogen gefühlt habe. Das Verhältnis sei nicht sexueller Natur gewesen, auch wenn er das Opfer freundschaftlich berührt habe. Rückblickend bezeichnet der Busfahrer die Nähe als Fehler.
Die Aussagen der elfjährigen werden von der Staatsanwaltschaft als glaubwürdig eingeschätzt. Ein entsprechendes psychologisches Gutachten soll dies bestätigen. Die Befragung des Opfers wurde im Vorfeld der Verhandlung auf Video aufgezeichnet um dem Mädchen einen Auftritt vor Gericht zu ersparen.
Der Mann sitzt bereits seit Mitte März in Untersuchungshaft, da das Gericht bei dem Angeklagten die Gefahr einer Wiederholungstat sieht.
Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Fünf Zeugen und ein Gutachter sollen im Verlauf des Prozesses gehört werden. Das Urteil soll dann am 21. September gesprochen werden.