„Harzer-Roller“ – eine Institution feiert Geburtstag

Wann? 31.07.2011 15:00 Uhr

Wo? Atrium, Clausthaler Straße 32, 37539 Bad Grund DE
Durch das Engagement der „Harzer-Roller“ gerät altes Harzer Brauchtum nicht in Vergessenheit. (Foto: Rotte)
 
Die „Harzer-Roller“ sind aus dem kulturellen Geschehen der Bergstadt nicht mehr wegzudenken. (Foto: Rotte)
Bad Grund: Atrium |

Großes Fest am 31. Juli im Atrium-Park Bad Grund mit vielen Gästen

Bad Grund (bo). Am Sonntag, 31. Juli, feiert die Harz-Heimatgruppe „Harzer-Roller“ aus Bad Grund ihr 40-jähriges Bestehen im Atrium-Park. Hierzu sind alle Einwohner und Gäste aus nah und fern herzlich eingeladen.
Um 15 Uhr wird die bunte Geburtstagsveranstaltung mit einem Konzert des Musikzuges Taubenborn eröffnet. Anschließend erklingen Harzer Lieder und Jodler von den Gästen, den Bergsängern aus Clausthal-Zellerfeld und den Harzwaldsängern aus Buntenbock. Natürlich werden auch „Harzer-Roller“ des Harzklub-Zweigvereins Bad Grund nicht fehlen und wieder ihr Können unter Beweis stellen.
Für das leibliche Wohl werden die „Harzer-Roller“ auf Harzer Art sorgen. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in das „Atrium“ verlegt. – Der Eintritt ist frei.
1971, während einer Feier auf dem „Iberger Albertturm“ der Familien Klingebiel und Heberle, kam man in der geselligen Runde auf die Idee, eine Heimatgruppe zu gründen. Einige Familienmitglieder, voran Horst Heberle, riefen die Gesangsgruppe ins Leben. Die Gruppe wurde im Harzklub-Zweigverein Bad Grund aufgenommen.
Der damalige Zweigvereins-Vorsitzende Walter Witt hat sich der Aufgabe gleich voll angenommen und erkannt, dass man für eine Brauchtumsgruppe auch Kinder benötigt. Er machte sich auf den Weg in die Schule von Bad Grund und rührte kräftig die Werbetrommel. Walter Witt staunte nicht schlecht, als sich gleich über 50 Kinder einfanden. Jeden Sonnabendnachmittag wurde im Jugendheim geprobt. Die Kindergruppe hatte, unter der musikalischen Leitung von Horst Heberle, ihren ersten Auftritt bei der Einweihung des Märchentals. Damals gab es dafür schulfrei. Eine Harzer Tracht gab es noch nicht, aber die Jungen und Mädchen hatten so viel Freude am Singen und Jodeln, dass sie weitermachten.
Der Erfolg und die sichtbare Freude der Gruppe animierte auch die Erwachsenen, zur Übungsstunde zu kommen. Der erste gemeinsame Auftritt fand dann vor 40 Jahren im „Oberharzer Hof“ statt. Die Auftritte mehrten sich, die Gruppe wurde bekannt. Horst Heberle holte sich Siegfried Willner zur Seite, der dann die organisatorischen Aufgaben übernahm. Schon damals waren die Heimatabende für Einwohner und Gäste ein Riesenerfolg, so dass diese Veranstaltungen ununterbrochen in regelmäßigen Abständen seit 40 Jahren durchgeführt werden.
1974 übernahm Gerd Heberle die organisatorische Leitung der Gruppe. In diesem Jahr erhielt die Gruppe ihren Namen „Harzer-Roller“. – Nicht zu verwechseln mit dem Käse. Man dachte dabei an den Kanarienvogel Harzer-Roller, der wunderschön singen und jodeln kann. Heute unterliegt die Gruppenleitung der Heimatgruppe dem Harzklubvorsitzenden Bodo Probst. Seit 23 Jahren führt er die „Harzer Roller“ unermüdlich durch Dick und Dünn.
Die musikalische Leitung hat etwa zur Halbzeit des Bestehens der Musiklehrer Uwe Klingebiel übernommen. Etwas Besseres konnte der Brauchtumsgruppe nicht passieren. Nach mehreren Schallplatten- und Kassettenaufnahmen konnte nun auch vor kurzem die zweite CD produziert werden.
In den 40 Jahren wurde die Heimatgruppe von vielen Menschen musikalisch unterstützt. Hier seien nur einige genannt: Axel Blanke, Fritz Klein, Siegfried Bode junior, Heike Hockemeyer,
Werner Haase, Dieter Klingebiel, Sandy Probst, Peter Srowig, Jessica Srowig, Jutta und Uwe Klingebiel und noch einige mehr.
Die „Harzer-Roller“ wurden auch über die Grenzen des Harzes, ja sogar über die Landesgrenzen hinaus, bekannt. Sie konnten Erfolge in Dänemark, Belgien und England feiern. Bundesweit reiste die Heimatgruppe unter anderem ins Ruhrgebiet, nach Schleswig-Holstein, in die Lüneburger Heide und nach Baden-Württemberg.
Sogar bei Fernseh-Auftritten brillierte die Heimatgruppe „Harzer-Roller“. Sie trat bei Maria Hellwig in der Sendung „Fahrt ins Blaue“ auf sowie bei Max Schautzer in der Sendung „Immer wieder Sonntags“. Es war ein Riesenerlebnis.
Auch ein königliches Erlebnis hatten die „Harzer-Roller“. „Prinz Uwe“ gastierte vor vielen Jahren im Kurort und führte nicht nur die Heimatgruppe an der Nase herum, sondern fast ganz Bad Grund. Nachdem man den Hofknicks geübt hatte, wurde die „Königliche Hoheit“ als Hochstapler entlarvt. Noch heute wird über das damalige Ereignis geschmunzelt und gelacht.
In den letzten Jahren konnten die Harzer-Roller einige beachtliche Erfolge erzielen. Ellen Bredow, vielen bekannt nicht nur wegen ihrer klangreinen Jodlerstimme, sondern auch als liebenswerte kodderschnäutzige Moderatorin bei den Auftritten, wurde 2008 und 2010 bei den Harzer Jodlermeisterschaften 1. Jodlermeisterin. Im Terzett belegte sie 2009 mit Jutta Klingebiel und Doris Stein den 1. Platz. Im Duett erreichten Ellen Bredow und Doris Stein 2010 den 2. Platz. Die „Harzer-Roller“ ersangen als gesamte Gruppe in Altenbrak 2010 den 2. Platz.
Die „Harzer-Roller“ haben sich zu einer Gesangs- und Jodelgruppe entwickelt, die sich überall sehen lassen kann. Der Harzklub ist stolz auf die Bad Grundner Gesangsgruppe. Die Eintrittsgelder der Heimatgruppe fließen an den Harzklub, um mit diesen Geldern Wege aufzuarbeiten, Schutzhütten zu pflegen und vieles mehr.
Brauchtums-, Heimat- und Landschaftspflege hat sich der Harzklub-Zweigverein auf die Fahnen geschrieben. Die Heimatgruppe „Harzer-Roller“ vertritt dieses Engagement sichtbar und hörbar nach außen, und fördert durch ihre Tatkraft und Leistungen die Arbeit des Zweigvereins. Das gebührt Anerkennung und Lob. Zuwachs und Nachwuchs ist erwünscht. Beim Jubiläumsfest gibt es die Gelegenheit, Kontakt aufzunehmen – und sei es nur durch eine Mitgliedschaft.