Harzer Sonnenseite wird zur Schattenseite

von Maximilian Strache | am 24.08.2010 | 254 mal gelesen | 1 Bild
Die Harzer Sonnenseite II ist Geschichte. Die Kooperationspartner konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen.

Ausstieg Bad Lauterbergs aus Harzer Sonnenseite Touristik führt zur Aufgabe des Projektes

Eigentlich wollte der Bad Grundner Ortsrat in der nächsten Sitzung entscheiden, ob der höhere Kostenanteil für die Harzer Sonnenseite I und II nach dem Ausstieg von Bad Sachsa, Herzberg und Hattorf aus dem Haushalt der Bergstadt bezahlt werden soll beziehungsweise kann.
Diese Entscheidung muss der Ortsrat jetzt jedoch nicht mehr fällen. Vielmehr müssen sich die Verantwortlichen darum bemühen, eine neue Werbeplattform aus der Taufe zu heben. Die Harzer Sonnenseite Touristik gibt es nämlich seit dem Ausstieg des Hauptinitiators Bad Lauterberg nicht mehr.
Bad Lauterbergs Bürgermeister und Kurdirektor Otto Matzenauer äußerte gegenüber dem „Beobachter“, dass eine Kooperation zwischen den verbliebenen Kooperationspartnern schlicht nicht mehr möglich war. „Wir hätten gerne was für andere Gemeinden gemacht. Doch das ständige hin und her hat uns in akute Zeitnot gebracht. Wir brauchten schnellstmöglich eine Entscheidung. Zum Schluss mussten wir uns dafür entschieden ein eigenes Gastgeberverzeichnis zu erstellen.“ Laut Matzenauer hat die Entscheidungsfindung in Bad Grund zu viel Zeit in Anspruch genommen. Bad Lauterberg hätte handeln müssen, ansonsten wäre die neue Saison ohne ein Touristik-Journal gestartet.
Landrat Bernhard Reuter räumte gegenüber dieser Zeitung ein, dass er den Ausstieg, und damit gleichbedeutend das Ende der Harzer Sonnenseite II, als sehr bedauerlich einstufe. Man habe als Landkreis Anreize schaffen wollen. Zuschüsse sollten es den Gemeinden und Vermietern ermöglichen sich kostengünstig einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Harzer Sonnenseite erschien immerhin in einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Eine Reichweite die eine kleine Stadt wie Bad Grund, nach Vermutung von Landrat Reuter, kaum erreichen kann. „Ich rechne damit, dass es für die Orte sehr schwer wird, überhaupt ein Fünftel der Auflage der Harzer Sonnenseite zu erreichen“, gibt der Landrat zu bedenken.
Die SPD-Fraktion der Bergstadt Bad Grund wird sich, nach Aussage von Bürgermeister Manfred von Daak, nun am kommenden Sonntag in den Fuchsbau im „Hotel Alter Römer“ zurückziehen, um über ein Bad Grund-Journal zu beraten.
Die Harzer Sonnenseite wird sich im kommenden Jahr nur noch um die Betreuung und Vermarktung des Harzer Baudensteigs und des Mountainbikeroutennetzes kümmern.

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