HöhlenErlebnisZentrum 2013 gebeutelt

Neben dem Maiunwetter sorgen auch die schweren Blitzschläge im Sommer für große Schäden

Für das HöhlenErlebnisZentrum Bad Grund war das vergangene Jahr alles andere als entspannt. Denn nicht nur die große Überschwemmung im Mai machte den Verantwortlichen das Leben schwer, sondern auch zwei schwere Sommergewitter mit derart heftigen Blitzeinschlägen in den Fels, dass Teile der Elektronik fast komplett zerstört wurden.

„Das Maiunwetter hätten wir ohne die Freiwillige Feuerwehr niemals auch nur annähernd so glimpflich überstanden”, so Ortrud Krause, die Leiterin des HöhlenErlebnisZentrums. Untertage kamen Sturzbäche auf das Gebäude zugerauscht, sie verschütteten mit dem mitgeführten Schotter die Pumpe. Das Wasser trat über und auch in das Gebäude. Übertage strömte das Wasser von den Bergen hinunter nach Bad Grund, nicht ohne zuvor den Parkplatz, die dortigen Schächte und die Straße zu verschütten.
Die Feuerwehr informierte die Mitarbeiter des HöhlenErlebnisZentrums mitten in der Nacht und schleppte zahlreiche Sandsäcke an, um das Schlimmste zu verhindern. Ein Weiterarbeiten war nur noch mit Hilfe einer Notpumpe möglich.
Die schwersten Schäden entstanden durch die Blitzschläge im Sommer. Betroffen waren der Aufzug, Telefon- und Alarmanlage, die Kameraübertragungen und auch Teile der neuen Beleuchtung. Daraufhin musste das HöhlenErlebnisZentrum erst einmal für lange Zeit mit einer provisorischen Beleuchtung auskommen. Erst ein paar Tage zuvor wurde mit der neuen Beleuchtung bei den Besuchern geworben. „In der Regel waren die Gäste aber höchst nachsichtig”, zeigte sich Ortrud Krause dankbar.
Im vergangenen Jahr wurde auch mit der Erneuerung der Geländer untertage begonnen. Zunächst im Bereich der „Zwergenorgel”, wo es nun keine glitschige Holztreppe mehr gibt. Die Treppe musste vor der Erneuerung immer wieder angebohrt werden, damit das Tropfwasser des Höhlenbachs ablaufen konnte.
Seit Frühjahr 2013 sind nun auch, neben den Hörstationen, die Filme mit englischen Texten unterlegt. Für Ferienpassaktionen beziehungsweise Kleingruppen wurden außerdem unterschiedliche Forscherbücher entwickelt.
Zum fünften Geburtstag am 11. Juli konnte das HöhlenErlebnisZentrum den 360.000. Gast begrüßen. Im Großen und Ganzen war das Team sehr stolz auf seine Leistung. Leider mussten die Mitarbeiter aber auch in 2013, wie schon einmal in 2010, Einbußen hinnehmen. Denn immer wieder ist die Besucherzahl von der täglichen Wetterlage, den Schulferien und vor allem dem Wetter während dieser Ferien abhängig. Der Schnee in den Osterferien lockte leider nicht so viele Besucher wie gewohnt an.
Auch der Juni verlief aufgrund des Wetters ungewohnt schlecht und der sonst sehr gute Ferienmonat August zog wegen des Wetters so manchen Gast offenbar woanders hin. Der Oktober war hingegen ein Spitzenmonat. Die Verluste konnte das HöhlenErlebnisZentrum trotz des noch folgenden Rekorddezembers nicht mehr aufholen. Entgegen der Wunschbesucherzahl 70.000 hatten im Jahr 2013 nur knapp 65.000 Gäste das ErlebnisZentrum besucht.
Diese Tendenz zeichnete sich laut Tourismusbarometer in vergleichbaren niedersächsischen Einrichtungen außerhalb von Städten zum Teil noch deutlicher ab. „Unter den gegebenen Umständen halten wir uns doch sehr gut. Unsere personellen Ressourcen erlauben es uns beispielsweise nicht, ständig Sonderveranstaltungen durchzuführen. Deshalb lässt sich zusammenfassend tatsächlich ein positives Fazit ziehen“, erklärt Ortrud Krause. „So konnten wir auch noch deutlich mehr Gruppen für die „Lichtensteiner” interessieren und mehr Museumsführungen als bisher durchführen. Alles mit sehr viel positiver Resonanz.”
Dem neuen Jahr blickt das Team positiv entgegen. Denn Ostern im April und besser verteilte Sommerferien der umliegenden Bundesländer lassen auf ein erfolgreiches Jahr hoffen. „Es ist ja auch ganz gerecht. So profitieren wir doch auch im Moment von der Schneelosigkeit im Harz, die wiederum Skiliftbetreiber und andere winterabhängigen Einrichtungen beutelt“, so Ortrud Krause abschließend.