Immer weniger Mitglieder bei Bad Grundner Wehren

Gemeindebrandmeister Karsten Krügener legt Zahlen während der Jahreshauptversammlung vor

„Im letzten Jahr hatten die Feuerwehren der Gemeinde Bad Grund 198 aktive Mitglieder, das sind 17 weniger als 2012.” Diese Zahlen legte Gemeindebrandmeister Karsten Krügener während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Grund vor.

Auf die letzten fünf Jahre gesehen, waren das über 50 Feuerwehrmitglieder weniger. Anders hatte es bei den Einsatzzahlen ausgesehen. Konnte man 2012 noch genau 100 zählen, so waren es 2013 schon 142. „Eine in den letzten Jahren immer weiter steigende Zahl, bei immer weniger Mitgliedern“, so Krügener.
Die Zahl der fördernden Mitglieder ist mit 1.140 gleich geblieben. Gleiches gilt für die Jugendfeuerwehren, die zurzeit 75 Jugendliche zählen. Zwölf Jugendliche wurden in die aktive Einsatzabteilungen übergeben.
Die Kinderfeuerwehr der Gemeinde Bad Grund zählt 14 Mitglieder. In den Altersabteilungen sind es 92. Außerdem gibt es 21 Ehrenmitglieder.
Krügener gab zu bedenken, dass es gerade zum Beginn eines neuen Jahres ratsam ist, sich durchaus kritisch mit der eigenen Organisation auseinanderzusetzen und folgende Fragen zuzulassen: Wie attraktiv ist meine Feuerwehr? Welches Bild haben wir gerade in der lokalen Öffentlichkeit? Zeigen die vielfältigen Werbeaktionen auch Wirkung? Was ist interessant an dem Ehrenamt der Feuerwehr? Reichen die Einsatzkräfte? Genau diese Fragen gilt es, möglichst umfassend zu beantworten, um eine solide Basis für die zukünftige Ausrichtung der Freiwilligen Feuerwehren zu finden.
„Ist die positive Einstellung der Bevölkerung zur Feuerwehr wirklich ausreichend, um sich dann auch ehrenamtlich und dauerhaft zu engagieren?“, so die Frage des Gemeindebrandmeisters. Attraktivität habe etwas mit Anziehungskraft zu tun – es müsse erstrebenswert sein, bei der Feuerwehr mitzumachen. Da haben Wertschätzung und Anerkennung eine besondere Bedeutung. Deshalb haben die Kommunen als Träger der Feuerwehren eine wichtige Aufgabe – nämlich durch gute Rahmenbedingungen eine leistungsfähige Feuerwehr zu ermöglichen. Dies geschieht nicht zuletzt auch durch die Anschaffung eines neuen Einsatzleitwagens für die Feuerwehren der Gemeinde.
Ein modernes und positives Bild der Feuerwehr in der Öffentlichkeit ist wichtig. „Uns muss bewusst sein, dass vertrauensvolles Umgehen, gepaart mit fundierten Fachwissen und organisatorischem Geschick, nach wie vor unentbehrliche Eigenschaften von Führungskräften sind.” Dazu gehört auch eine gewisse Leidensfähigkeit und der Wille, nicht gleich bei den ersten Schwierigkeiten die Flinte ins Korn zu werfen.
Einiges könne man in spezifischen Aus- und Fortbildungsveranstaltungen lernen und üben. Jeder Feuerwehranwärter sollte eigenes Engagement, eine positive Grundeinstellung zum gemeinsamen Handeln und Teamfähigkeit mitbringen.
Der Gemeindebrandmeister ging aber auch auf einige Themen ein, welche die Wehren schon seit einigen Jahren begleiten: Der Digitalfunk und die digitale Alarmierung. Die digitale Alarmierung wird bald fertiggestellt, so dass in diesem Jahr die vorhandenen Funkmeldeempfänger durch digitale Geräte ersetzen werden können. Die Feuerwehr wird zügig mit dem digitalen Einsatzstellenfunk, dem sogenannten DMO-Mode, anfangen und die zum Teil über 25 Jahre alten Zwei-Meter-Bandgeräte ersetzen. „Eine Schulung der Nutzer ist hier dringend erforderlich und sollte zeitnah im Landkreis durchgeführt werden“, so Krügener abschließend.