In alte Industriebrache soll Kultur einziehen

An Ideen mangelt es Veranstaltungskaufmann Yves Morel nicht. Schon im nächsten Jahr soll es mit dem Projekt „rollenwerk“ losgehen.

Zwei Schleswig-Holsteiner planen der ehemaligen Zollern BHW neues Leben einzuhauchen

Von Camillo Kluge,
Wildemann

Schon lange ruht die Produktion der Gleitlager in den Werkshallen der Firma Zollern. Die Hallen und auch der Verwaltungstrakt stehen leer, werden vom Zahn der Zeit angenagt und langsam gefressen. Doch wird sich das Bild von den verfallenen und vernachlässigten Gebäuden bald ändern, denn zwei Schleswig-Holsteiner haben das Objekt erworben und haben spektakuläre Pläne.
Gabriele Butzke und Yves Morel sind beide aus Kiel. Während Butzke journalistisch und schriftstellerisch aktiv ist, leitet Morel die Firma „more event Logistik“. Beide sind allerdings regelmäßig zu Gast im Harz, nicht zuletzt, um mit ihren Krimi-Dinnern auf der „MS Aquamarin“ zu begeistern. Doch in Wildemann planen sie nun ein Projekt unter dem treffenden Namen „rollenwerk“, das Kunst und Kultur, Hotellerie und Gastronomie unter einen Hut bringen soll.
„Wir überlegen, das gut erhaltene Verwaltungsgebäude für Übernachtungen umzubauen“, so Morel. Ein oder zwei kleinere Gastronomie-Objekte sollen das Angebot auf dem Gelände zunächst ergänzen. Ein Bildhauer mit seinem Atelier soll nach den ersten Plänen eine der Hallen besiedeln, dort auch Workshops anbieten. Das Außengelände soll so gestaltet werden, dass dort saisonale oder auch Themen bezogene Märkte veranstaltet werden können. „Ideen gibt es genug“, schwärmt Morel von dem Gelände, betont aber auch, Gastronomen, Geschäftsleute und Vereine in punkto Ideensammlung oder Planung gerne mit an Bord zu nehmen. Auf dem Neujahrsempfang am 8. Januar soll Morel das Projekt auf Einladung von Bürgermeister Arno Schmidt schon einmal etwas detaillierter vorstellen. Im Frühjahr sollen dann die Umbauarbeiten im größeren Umfang starten. Doch auch bevor das „rollenwerk“ seinen Betrieb aufnimmt, plant Morel Veranstaltungen, um, wie er sagt, den „Kulturbetrieb in der Gemeinde zu beleben.“