In Bad Grund ist Ausbau des Kurbetriebs möglich

Im Gesundheitszentrum Bad Grund wird nicht nur über eine Erhöhung der Kurtaxe nachgedacht, sondern auch über eine Erweiterung des Kurbetriebs. Eine Anerkennung als heilklimatischer Kurort wäre dankbar. (Foto: Strache)

Anerkennung als heilklimatischer Kurort könnte auf größere Akzeptanz bei Krankenkassen stoßen

Von Camillo Kluge, Bad Grund

Es waren nur Nebensätze von Uwe Sommermeyer in seinem Ausblick als Vorsitzender des Kur- und Tourismusvereins Bad Grund im Rahmen der Jahreshauptversammlung, doch sind eine mögliche Erhöhung der Kurtaxe oder eine Erweiterung des Kurortstatus der Bergstadt von breitem Interesse.
Kerstin Peinemann vom Gesundheitszentrum bestätigt, dass eine „Anerkennung als heilklimatischer Kurort eine breitere Patienten-Klientel ermöglicht“. Denn das Problem als Kurort mit Heilstollentherapie, als der Bad Grund derzeit rangiert, ist die fehlende Akzeptanz der Krankenkassen für eben jene Heilstollentherapie. „Wir können nur die physikalischen Behandlungen wie Massagen, Krankengymnastik oder Bäder als Therapien einreichen.“
Allerdings ist eine solche Anerkennung als heilklimatischer Kurort nicht so leicht zu erreichen. „Da sind viele Vorraussetzungen zu erfüllen“, sagt Peinemann. Das gilt sowohl für den medizinischen Bereich als auch für das Umfeld im Ort. Zudem muss der Antrag von der Stadt gestellt werden, es folgt eine Ortsbegehung durch den Deutschen Heilbäderverband, der letztlich über die Anerkennung entscheidet. Wenn das gelingt, stehen die Chancen vielleicht besser, dass die Heilstollentherapie auch abgerechnet werden kann, denn ein heilklimatischer Kurort behandelt mit Klimareizen, und das herrscht ja in dem Stollen.
Einen Zusammenhang mit einer möglichen Erhöhung des Kurbeitrags könne es nach Ansicht von Bad Grunds Kämmerer Volker Höfert geben, „denn ein neues Heilmittel bedarf auch erweiterter oder geänderter Kalkulationen.“ Und Kalkulationen sind maßgeblich für eine Erhöhung der derzeit 1,50 Euro Kurtaxe. „Das komplette Zahlenwerk brauchen wir“, so Höfert, „die geprüften Jahresabschlüsse und auch verlässliche Prognosen.“ Bis alle Unterlagen vorliegen, um einen solchen Antrag für den Rat der Bergstadt, der die Erhebung der Kurtaxe ja beschließen muss, „wird es sicher noch einige Zeit dauern“, sagt Höfert und erklärt somit, warum sich das Thema nicht auf dem Plan für die kommende Sitzung findet.
Die derzeit 1,50 Euro werden für „die Kureinrichtungen verwendet, die uns als Kurort mit Heilstollentherapie auszeichnen“, so Höfert, und die seien alle in einem Vertrag benannt. Heilstollen, Solebad, Tourist-Information, Kurpark, Atrium oder auch Veranstaltungen werden anteilig von dem Geld mitgetragen. „Aber auch das Uhren- und das Bergbaumuseum oder das Glockenspiel werden im geringen Maße mit finanziert“, nennt Höfert weitere Adressaten des Kurbeitrags. Doch sollte es tatsächlich soweit kommen, laut ADAC lag im Sommer 2011 der Schnitt in Deutschland bei 2,36 Euro Kurtaxe.