Indische Klänge für den guten Zweck

Tabla-Spieler Ashis Paul und Sitar-Spieler Yogendra (von links) boten indische Ragas im Café Antique. (Foto: Niemann)

Arbeitsgruppe Terre des Hommes veranstaltet in Bad Grund einen indischen Abend zugunsten der Straßenkinder in Bombay

Für diese Breiten eher ungewöhnliche Klänge waren am vergangenen Freitag im Café Antique in Bad Grund zu hören. Sitar-Spieler Yogendra und Tabla-Spieler Ashis Paul holten an dem Abend ein Stück indischer Tradition in die Bergstadt.

Caféinhaberin Stefanie Berger und Ulrike Wiedl-Hübsch von der Osteroder Arbeitsgruppe Terre des Hommes begrüßten die Besucher. Wiedl-Hübsch berichtete, dass obwohl es die UN-Kinderrechtskonvention bereits seit 1989 gebe, immer noch die Rechte der Kinder zu kurz kämen. Gerade der Weg zu einer Schulbildung würde ihnen verwehrt, da viele aus Armutsgründen Arbeiten gehen müssten. Der Eintritt zu diesem Konzert war frei. Jedoch wurde um Spenden gebeten, die Straßenkindern in Bombay zugute- kommen sollen.
Bevor es jedoch mit dem Konzert losging, erklärte Yogendra den Anwesenden die Instrumente und die Besonderheiten der klassischen indischen Musiktradition. Die sogenannten Ragas, von denen es mehrere Hunderte gebe, seien eine Art Regelwerk, das vorgibt, welche Töne wie verwendet werden sollen und bilden das Herz der Musik. „Die Ragas sind wie eine Wegekarte, die man im Kopf hat, alles andere wird improvisiert“, so Yogendra. Jeder Raga sei mit einer bestimmten Tages- oder Jahreszeit verbunden und soll harmonisierende und sogar therapeutische Kräfte haben.
Bereits mit den ersten gespielten Tönen schufen die beiden Musiker mit den charakteristischen Klangfarben der Tabla (zwei Kesseltrommeln) und der Sitar (Langhalslaute) eine unverwechselbare, entspannte Atmosphäre, so dass viele Zuhörer den Abend mit geschlossenen Augen genossen. Mit beruhigenden, aber auch immer schneller werdenden Rhythmen schien die Musik in harmonischen Schwingungen um sich selbst zu kreisen. Das Zusammenspiel der Musiker führte zu großer Lebendigkeit und die Improvisationen erforderten ein intensives Eingehen aufeinander. Viele Anwesende berichteten, dass sie beim Klang der Musik richtig abschalten konnten.